Der russische Physiker Igor Gornyi vom Institut für Nanotechnologie des Forschungszentrums Karlsruhe (FZK) erhält den European Young Investigators Award (EURYI). Mit dem EURYI zeichnen die europäischen Förder- und Wissenschaftsorganisationen gemeinsam mit der Europäischen Wissenschaftsstiftung herausragende junge Wissenschaftler aus. In diesem Jahr bekommen 25 Preisträger aus ganz Europa diesen Preis, der sie dabei unterstützen soll, eine eigene Forschungsgruppe aufzubauen. Igor Gornyi erhält zu diesem Zweck 1,1 Millionen Euro, die er etwa für Personalkosten und Laborausstattung verwenden kann.
Der 32-jährige Physiker, der an der Staatlichen Technischen Hochschule in St. Petersburg studiert und promoviert hat und seit Januar 2003 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am FZK tätig ist, beschäftigt sich mit der Theorie des Stromtransports in Nanostrukturen. Dazu gehören so genannte Quantendrähte, die beispielsweise aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen bestehen. Sie gelten als aussichtsreiche Kandidaten für den Aufbau einer künftigen Nanoelektronik: elektronischen Bauteilen und Schaltkreisen, die sehr viel kleiner sind als die heute gebräuchlichen mikroelektronischen Komponenten – und die den Bau wesentlich schnellerer und leistungsfähigerer Computer ermöglichen sollen.
Der Transport von elektrischen Ladungen in solchen, nur wenige Nanometer (Millionstel Millimeter) dünnen Strukturen unterscheidet sich stark vom Stromfluss in gewöhnlichen Metalldrähten. Denn da bei diesen winzigen Abmessungen quantenphysikalische Effekte dominieren, können schon Verunreinigungen durch einzelne Atome und kleinste Baufehler den Fluss von elektrischen Ladungsträgern stören.
Igor Gornyi will – mit einem eigenen Wissenschaftlerteam – herausfinden, wie sich die elektrische Leitfähigkeit wenige Nanometer kleiner Festkörper berechnen lässt. Mit diesem Wissen könnte man das Verhalten der Nano-Strukturen im Voraus theoretisch untersuchen und geeignete Bauteile für eine Nanoelektronik gezielt herstellen.





