Blutegel-Forscher dürfen sich nicht leicht ekeln: Ihre Studienobjekte beißen sich auf der Suche nach Futter schließlich gerne in der Haut an exponierten Körperstellen fest und saugen sich mit Blut voll, bis sie abfallen. Manche dringen sogar in Körperöffnungen ein – eine „enervierende Neigung”, finden Anna Phillips von der City University in New York und ihre Kollegen.
In Peru sind die Wissenschaftler jetzt auf ein Exemplar gestoßen, das diese Eigenheit besonders pflegt: Die neu entdeckte Egel-Art ist zwischen zweieinhalb und sieben Zentimeter lang, hat einen einzelnen Kiefer mit acht vergleichsweise riesigen Zähnen in einer Reihe, einen großen Saugnapf am Bauch – und offenbar eine fatale Vorliebe für die menschliche Nase. Bereits drei Kindern musste man den Egel aus der Nase ziehen, was bei einem neunjährigen Mädchen sogar eine „beträchtliche Anstrengung” erforderte, wie die Forscher sagen.
Trotzdem schätzen die Wissenschaftler den zuvor unbekannten Wurm, denn er hilft ihnen, den Stammbaum der Egel besser zu verstehen. Sein Körperbau und auch seine genetische Beschaffenheit ähneln nämlich denen anderer, bisher als eigenständig geltender Egel. Die Tiere müssen demnach einen gemeinsamen Vorfahren gehabt haben, der vor mehr als 150 Millionen Jahren auf dem damals existierenden Superkontinent Pangaea gelebt hat.
Getauft haben die Forscher die neu entdeckte Egel-Art übrigens „Tyrannobdella rex”, kurz T. rex – frei übersetzt etwa „ tyrannischer Egel-König”. Mit dem gleichnamigen Raubsaurier hat der eklige Nasenbeißer natürlich nichts zu tun.





