Von Neumann war in vielen Gebieten unterwegs: Er hat zur Quantenmechanik ebenso beigetragen wie zur Spieltheorie, zur künstlichen Intelligenz und zur Entwicklung von Computern und damit insgesamt zur Entstehung des militärisch-industriellen Komplexes. Und er hatte ein paar Sprüche auf Lager, die zu denken geben. So schrieb er: „Es ergibt keinen Sinn, präzise zu sein, wenn man überhaupt nicht weiß, wovon man spricht.“ Da kann man nur zustimmen, wenn man die monatlichen Prognosen der Wirtschaftsweisen zu sortieren versucht.
„In der Mathematik verstehst du die Dinge nicht, du gewöhnst dich nur an sie“, lautet ein anderer seiner Sprüche. Das gilt auch für die modernen Computer, die alle nach einer Von-Neumann-Architektur gebaut sind. Dabei werden vier Funktionseinheiten unterschieden: Rechenwerk, Steuerwerk und Speicherwerk, komplettiert durch ein Eingabe-Ausgabe-Werk. So kommt es, dass digitale Computer die Daten nicht an der Stelle speichern, an der sie verarbeitet werden. Wenn diese Architektur auch extrem erfolgreich war und immer noch ist, so birgt sie doch ein Problem: Die meisten modernen Computer verbrauchen viel zu viel Energie.
Doch Fragen nach dem Einsatz von Energie sind in der Lebenszeit von Neumanns nicht einmal am Horizont aufgetaucht. Es ging nur um das möglichst gute Funktionieren der Rechner. Aber inzwischen ist der Welt klar geworden, wie hoch die Umweltkosten etwa für jede Google-Suche sind, und viele denken mit Schrecken daran, wenn ein „Internet der Dinge“ kommt und autonome Roboter in Betrieb gehen.
Doch wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch, hat Hölderlin gedichtet. Kaum zu glauben: Seit den 1980er-Jahren zirkulieren tatsächlich konkrete Ideen, „Computer und Gehirn“ zusammenzubringen, was von Neumann noch kurz vor seinem Tod in einer Vorlesung versucht hatte.





