Der „heilige Gral” der Teilchenphysik ist die Suche nach dem Higgs-Partikel, das der Materie ihre Masse verleiht. Seine eigene noch unbekannte Masse wird für seine Entdeckung ausschlaggebend sein. Physiker versuchen zurzeit, sie indirekt zu erschließen. Denn die Massen zweier anderer kurzlebiger Teilchen – des Top-Quarks und des W-Bosons – hängen mit der des Higgs-Teilchens zusammen. Die Massen von Top und W wurden inzwischen durch Messungen vom Large Electron Positron Collider (LEP) am CERN, vom SLAC Large Detector (SLD) am Stanford Linear Accelerator Center (SLAC) und vom Tevatron am Fermilab auf wenige Prozent genau bestimmt. Damit ergibt sich aus der Elementarteilchentheorie für das Higgs-Teilchen eine wahrscheinlichste Masse um 80 Gigaelektronenvolt. Die experimentelle Untergrenze von LEP beträgt dagegen etwa 114 Gigaelektronenvolt. Die aktuelle theoretische Obergrenze für die Higgs-Masse liegt bei 153 Gigaelektronenvolt (mit einer Wahrscheinlichkeit von 68 Prozent). Der neue Large Hadron Collider am CERN wird das Higgs-Partikel finden, falls es existiert. Er könnte noch Higgs-Massen von über 1000 Gigaelektronenvolt aufspüren.





