Am Gürtel eines traditionellen japanischen Kimonos hingen sie, die Netsuke, kleine geschnitzte Figuren. Im 19. Jahrhundert wurden sie für die japanbegeisterten Kunstliebhaber Europas ein geschätztes Sammlerobjekt. 264 dieser Kunstwerke en miniature besitzt der Autor Edmund de Waal als Erbstücke, und sie wurden ihm Wegweiser zu einer anrührenden Rekonstruktion der Geschichte seiner Familie: der jüdischen Bankiersfamilie Ephrussi. De Waal gelingt ein fesselndes Buch, vor allem schlägt er den Leser mit seiner eindringlichen, oft poetischen Sprache in den Bann.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger




