Nachdem von Ditfurth 1969 eine Geschäftsführerposition in der Industrie abgelehnt hatte, „um nicht mein geistiges Eigenleben zu opfern“, verfasste er in den 1970er-Jahren eine Reihe von Sachbüchern, die Titel trugen wie „Kinder des Weltalls“ und „Im Anfang war der Wasserstoff“. Sie wurden allesamt zu Bestsellern. In seinen Werken propagierte er den Wert von naturwissenschaftlicher Bildung, die sich vor allem am Gedanken einer Evolution orientiert und dabei die Lebenschancen des Menschen ebenso in den Blick nimmt wie seine Erkenntnismöglichkeiten. Von Ditfurth unternahm alles, um den Naturwissenschaften im Land der Dichter und Denker den gleichen Rang wie den seiner Ansicht nach im deutschen Kulturkreis überbewerteten Geisteswissenschaften zu verschaffen. Ich habe damals seine Bemühungen mit brennenden Augen verfolgt und kann bis heute nicht glauben, wie vergeblich seine Anstrengungen geblieben sind. Dabei zeigte er stets den Mut, disziplinäre Grenzen zu überschreiten und sich im philosophischen und theologischen Terrain umzusehen.
Seit von Ditfurth begonnen hatte, Wissenschaft im Fernsehen zu vermitteln, kam es häufig vor, dass er den Kampf gegen den Aberglauben, die Astrologie und obskure Pseudowissenschaften mit all ihren Dummheiten aufnahm, wobei er dasselbe tat wie der große Max Planck ein halbes Jahrhundert vorher. Es ist angesichts der Querdenker heute nicht zu glauben, wie vergeblich dieses Bemühen geblieben ist.
Vom Ende der 1970er-Jahre an beanspruchten die Themen von Ditfurths Aufmerksamkeit, bei denen es um das Überleben der Menschheit geht, wie Umweltzerstörung und Überbevölkerung. Er unterbreitete viele Vorschläge für die Verbesserung der ökologischen Lebensbedingungen in einer christlich geprägten Gesellschaft. Es lohnt sich, an den großen Vermittler zu erinnern. Nur mit Hilfe der Wissenschaft lässt sich Luthers Apfelbäumchen pflanzen.





