von DIRK EIDEMÜLLER
Die Katastrophe hatte sich schon über Wochen und Monate angekündigt: Im Jahr 1650 bebte immer wieder die Erde auf Santorin und den benachbarten Inseln der griechischen Ägäis. Nach einer Weile verfärbte sich auch das Wasser, Bimssteine trieben an die umliegenden Strände. Der Unterwasservulkan Kolumbo war aktiv geworden. Nach wochenlangem Ausströmen von Lava durchbrach er schließlich die Wasseroberfläche, und seine Spitze wuchs zu einer kleinen Insel.
Zunächst sah es aus, als ob alles glimpflich abläuft. Doch schon kurze Zeit später gab es eine gewaltige Explosion, die den Vulkan komplett zerriss. Dabei wurden giftige Gase freigesetzt, die über die umliegenden Küstenstreifen strömten. Im rund sieben Kilometer entfernten Santorin starben daran mehrere Dutzend Menschen, wie aus Augenzeugenberichten belegt ist.
Zusätzlich pflügte ein Tsunami durchs Meer. Er erreichte vor Santorin zwölf Meter Höhe und vor anderen Inseln sogar bis zu zwanzig Meter. Glücklicherweise waren die Inseln damals nur dünn besiedelt. Und zu dieser Zeit baute man sein Haus auch nicht direkt am Strand. Deshalb finden sich in den alten Zeugnissen keine Hinweise auf Todesopfer durch den Tsunami.
Wie vulkanische Tsunamis entstehen
Heute können derartige Fluten gewaltige Schäden anrichten. Ein internationales Forschungsteam um Jens Karstens vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel untersuchte deshalb 2019 den Kolumbo in einer großen Messkampagne. Die Ergebnisse liegen nun vor. „Unser Hauptziel war es, die Gefahren durch vulkanisch ausgelöste Tsunamis besser einschätzen zu können“, sagt Karstens.
Vulkanische Eruptionen tragen auf verschiedene Art und Weise zur Entstehung von Tsunamis bei:





