Pauli verdankte seine Bekanntheit jedoch nicht ausschließlich seinem „Prinzip“, sondern er ist auch noch aus einem zweiten Grund berüchtigt, den seine Kollegen als „Pauli-Effekt“ fürchteten. Denn Paulis Anwesenheit in einem Laboratorium führte notorisch zum Versagen eines Messgeräts oder eines anderen Apparats. Deshalb erteilten selbst mit Pauli befreundete Experimentalphysiker ihm Hausverbot, wenn sie bei technisch anspruchsvollen Arbeiten waren.
Angesichts dieser historisch gesicherten Anekdote konnte ich es nicht glauben, als kürzlich in der Fachzeitschrift Nature eine „Pauli-Maschine“ – eine nach Pauli benannte „quantum engine“ – beschrieben wurde, mit der sich Wärmeenergie auf wunderbare Weise in mechanische Arbeit umwandeln lässt. Gut, dass Pauli weder bei dem Aufbau der nach ihm benannten Maschine dabei sein konnte noch anschließend in der Lage war, das Heft mit dem Bericht über die erfolgreiche Arbeitsweise der Pauli-Maschine in die Hand zu nehmen. So konnte kaum etwas schiefgehen, und der Quantenapparat trägt seinen Namen zurecht.
Dieser wurde ihm von einer international zusammengesetzten Forschergruppe verpasst, deren Arbeiten am Landesforschungszentrum OPTIMAS in Kaiserslautern koordiniert worden sind, wobei der Eigenname für Optik- und Materialwissenschaften steht. An diesem Ort in der Pfalz wollte man versuchen, mit genuin nicht-klassischen Formen von Energie zyklisch arbeitende Maschinen zu betreiben, und dazu sollte das Pauli-Prinzip benutzt werden – wobei die beteiligten Physikerinnern und Physiker hoffen konnten, sich den Pauli-Effekt weit genug vom Leib weg zu halten.
In dem beschriebenen Experiment konnte die Differenz in der Energie ausgenutzt werden, die sich zwischen einem Ensemble aus Bosonen und Fermionen einstellt, wenn dabei ausreichend tiefe Temperaturen herrschen und es um „ultracold particles“ geht. Mit Hilfe eines aus der Streutheorie bekannten Phänomens – der magnetischen Feshbach-Resonanz – können die statistischen Eigenschaften der Bosonen in solche von Fermionen umgewandelt werden, und so liefert die Anordnung dank des Pauli-Prinzips Energie, die weiter zu Arbeit werden kann.
Mit anderen Worten, die Maschine verdankt ihre Wirkung allein quantenmechanischen Ursprüngen. So kurios und unglaublich es klingt, aber die Pauli-Maschine nutzt Gesetze der Quantenstatistik aus, um über eine nützliche thermodynamische Ressource zur berechenbaren Produktion von Arbeit zu verfügen. Statistik schafft physikalische Arbeit. Nicht zu glauben. Ich würde das einen „Pauli-Gag“ nennen.





