Am Anfang und am Ende der Herrschaft des Frankenkönigs Chlodwig stehen zwei Bestattungen, die den religiösen Wandel während seiner Herrschaft beleuchten: die Bestattung seines Vaters 481/82 und seine eigene rund 30 Jahre später. Sein Vater Childerich wurde bei Tournai (Belgien) begraben, damals eine kleinere römische Stadt an der Schelde. 1653 entdeckte man sein Grab zufällig – einer der frühesten und zugleich bedeutendsten archäologischen Funde überhaupt.
Childerich war mit seinen Waffen und weiteren reichen Beigaben wie Schmuck und einem Münzschatz bestehend aus Gold- sowie Silbermünzen bestattet worden. Dass wir den Bestatteten mit Namen kennen, liegt an dem Siegelring aus massivem Gold, der sich unter den Grabbeigaben befand. Er trägt die Aufschrift: „Childerich regis“, „König Childerich“. Im Abstand von 15 bis 20 Metern zu der Stelle, an der man heute das königliche Grab vermutet, wurden in drei Gruben die Reste von mindestens 21 Pferden gefunden. Sie gehören ebenfalls in das späte 5. Jahrhundert und werden daher dem Grabmal Childerichs zugerechnet. Über der Grabstätte selbst hatte man ursprünglich einen mächtigen Hügel von 20 bis 40 Metern Durchmesser errichtet, der weithin sichtbar gewesen sein muss und die Bedeutung des Bestatteten schon von weitem kundtat. Auch Reitervölker wie Hunnen und Alanen pflegten ihre vornehmen Toten auf diese Weise zu bestatten, wie Funde aus Ost- und Mitteleuropa zeigen. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 08/2013.
Prof. Dr. Matthias Becher




