Der Titel des Werks ist allerdings etwas irreführend, da nicht die Kollektion Görings selbst, sondern ausschließlich deren krimineller Erwerb im Mittelpunkt der Untersuchung steht. Dabei kam den während des Zweiten Weltkriegs in den Niederlanden, Belgien und Frankreich operierenden Devisenschutzkommandos, die unter Görings Leitung für die Beschlagnahme ausländischen Vermögens zuständig waren, eine besondere Bedeutung zu. Über Freigabe oder Konfiszierung der dabei erbeuteten Kunstsammlungen entschied Göring selbst und bediente sich im Falle einer Beschlagnahme großzügig an den Kunstwerken. Die Gesamtzahl der so bis zum Ende des Kriegs von ihm gestohlenen Kunstwerke schätzt Löhr auf über 1700, von denen etwa 150 Stück seit 1945 als verloren gelten. Diese wurden von Löhr in einem Verlust-Katalog am Ende des Buchs zusammengestellt.
Rezension: Britta Weidner




