Wie sich das Universums zusammensetzt, können Astrophysiker nicht ohne Weiteres erklären. Denn ein großer Teil der offenkundig im Kosmos vorhandenen Masse entzieht sich ihren Blicken. Schätzungen zufolge sind rund 25 Prozent der Materie vollkommen unsichtbar – die Wissenschaftler sprechen daher von „ Dunkler Materie”. Woraus dieser mysteriöse Stoff besteht, ist bislang unbekannt (bild der wissenschaft 4/2005, „Die 7 Rätsel der Physik”). Allerdings vermuten einige Physiker, dass es sich dabei um so genannte Neutralinos handelt: eine exotische Form von bisher unentdeckten Elementarteilchen, deren Existenz von der – ebenfalls experimentell noch nicht bestätigten – Theorie der Supersymmetrie vorhergesagt wird. Ein Team von Astrophysikern der Universität Würzburg hat nun einen ersten Hinweis darauf gefunden, dass sich tatsächlich die hypothetischen Neutralinos hinter der Dunklen Materie verbergen. Die Forscher werteten Messdaten aus, die der amerikanische Satellit Compton Gamma Ray Observatory von 1991 bis 2000 über die aus den Tiefen des Weltalls zur Erde dringende kosmische Gammastrahlung geliefert hat. Dabei stießen sie auf einen Überschuss von Gammastrahlung bei bestimmten Energien, weit entfernt von denen des sichtbaren Lichts. Genau ein solcher Überschuss sollte laut der Theorie der Supersymmetrie entstehen, wenn sich Neutralinos bei einem Zusammenstoß gegenseitig vernichten.





