Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Abonnement & LeserserviceE-Mail: leserservice@konradin.de
Tel: +49 (0)711 82651-201
RedaktionE-Mail: wissenschaft@konradin.de
Tel: +49 (0)711 7594-392
Folgen Sie uns
Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Startseite/Astronomie & Physik/Artikel
Ist die Venus noch tektonisch aktiv?
Astronomie & Physik

Ist die Venus noch tektonisch aktiv?

Blick über das Grabenbruchsystem des Dali-Chasma auf der Venus. Diese Schlucht könnte auf eine noch heute anhaltende Krustendehnung zurückgehen. · Foto: © NASA/JPL

Bewegter Nachbar: Auf der Venus gibt möglicherweise noch heute aktive Grabenbrüche – und damit tektonische Aktivität, wie neue Analysen nahelegen. Demnach sind die tausende Kilometer langen Schluchten auf unserem Nachbarplaneten keine urzeitlichen Formationen, sondern wachsen bis heute. Die für die Gräben verantwortliche Krustendehnung könnte sogar noch heute anhalten. Die Venus ist demnach keineswegs ein geologisch toter Planet.
Autor
Nadja Podbregar
28. Juli 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Astronomie & Physik

Die Erde ist bislang der einzige bekannte Planet mit einer aktiven Plattentektonik – nur auf ihr gibt es driftende Kontinente. Doch auch die Oberfläche unseres Nachbarplaneten Venus ist nicht starr und unveränderlich: Raumsonden liefern Hinweise auf jungen oder sogar aktiven Vulkanismus und großräumige geologische Veränderungen. Darunter sind bis zu zehntausend Kilometer lange Grabenbrüche – tiefe Rift-Gräben mit hunderte Meter hoch aufragenden Klippen. Dies könnte darauf hindeuten, dass auch die Venus eine Form von Tektonik besitzen könnte.

„Studien haben topografische Übereinstimmungen der Venus-Grabenbrüche mit irdischen Kontinental-Rifts und ozeanischen Rücken aufgezeigt, allerdings gibt es auch klare Unterschiede“, erklären Xi Yang von der ETH Zürich und seine Kollegen.

„Signatur eines noch aktiven oder jungen Riftprozesses“

Deshalb war bislang unklar, wann und wie die Rift-Gräben der Venus entstanden sind: Sind sie Zeugnisse von Krustendehnungen aus der Anfangszeit des Planeten? Oder stammen sie aus jüngerer Zeit? Um das herauszufinden, haben Yang und sein Team mögliche Bildungswege der Venus-Grabenbrüche erstmals hochaufgelöst und dreidimensional im Computermodell rekonstruiert. Dabei simulierten sie das Geschehen mit verschiedenen Gesteinen, Dicken und Korngrößen der Venuskruste und bei Dehnungsgeschwindigkeiten von einem, drei und zehn Zentimetern pro Jahr.

Das Ergebnis: Breite und hohe Riftflanken wie auf der Venus entstehen in den Modellen nur dann, wenn die Gräben geologisch noch jung sind. Sobald die Bewegung stoppt, flachen sich die seitlichen Erhebungen beiderseits der Grabenbrüche flachen vergleichsweise schnell ab. Grund dafür ist eine allmähliche Entspannung der Planetenkruste. Je älter ein Grabensystem ist, desto schmaler und weniger steil sind daher dessen Flanken. „Unser Modell zeigt, dass eine breite Riftflanken-Hebung die Signatur eines noch aktiven oder jungen Riftprozesses ist“, erklärt das Team.

Drei Venus-Chasmen als Kandidaten

Auf Basis ihrer Daten und Aufnahmen von Venussonden haben Yang und seine Kollegen mindestens drei große Grabenbruchsysteme auf der Venus identifiziert, die geologisch noch sehr jung sein könnten: Dali Chasma, Gani Chasma und Devana Chasma. Alle drei sind mehrere tausend Kilometer lang und liegen in vulkanisch geprägten Hochlandregionen der Venus. „Unsere Resultate legen nahe, dass Dali-Chasma, Ganis-Chasma und Devana Chasma heute noch aktiv sind oder erst vor einigen Dutzend Millionen Jahren gebildet wurden“, berichten die Forschenden.

Allerdings ist noch unklar, durch welche Form der tektonischen Dehnung diese Grabenbruchtäler der Venus gebildet wurden. Das Team vermutet aber, dass vulkanische Prozesse wie beispielsweise aufsteigendes Magma in einem Mantelplume diese Dehnung verursacht haben könnten. Das würde auch zu den zahlreichen Spuren von intensivem, ebenfalls jungem oder sogar noch aktivem Vulkanismus auf der Venus passen, darunter Vulkankegel und ausgedehnte Lavaströme.

Spannend für künftige Venusmissionen

Zu diesem Szenario passt, dass sich die Venuskruste entlang der Grabenbrüche schneller gedehnt haben muss als bislang angenommen. Im Modell entstanden passende Riftformen nur dann, wenn die beiden Seiten der Rift-Täler mit drei bis zehn Zentimeter pro Jahr auseinanderwichen. „Eine schnelle, aber kurze Dehnungsperiode kann die Schlüsselmerkmale der Venus-Gräben reproduzieren“, schreiben Yang und seine Kollegen. Eine vulkanische Periode könnte dies erklären.

Diese Ergebnisse liefern damit weitere Indizien dafür, dass unser Nachbarplanet Venus bis heute ein geologisch aktiver Planet ist. Mehr Klarheit über das Wie und Warum könnten mehrere für die nahe Zukunft geplante Venusmissionen liefern. So soll die europäische Mission „EnVision“ Anfang der 2030-er Jahre zur Venus starten. Zwei NASA-Missionen zur Venus, „VERITAS“ und „DAVINCI“ sind ebenfalls bereits in der Entwicklung.

Quelle: Xi Yang (Eidgenössische Technische Hochschule Zürich) et al., Nature Geoscience, 2026; doi: 10.1038/s41561-026-02044-8

GrabenbruchPlanetTektonikVenusVenuskruste
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie Bild der Wissenschaft in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Astronomie & Physik

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Astronomie & Physik.

Alle Astronomie & Physik-Artikel
All-Alarm
BDW PlusAstronomie & Physik

All-Alarm

15. Oktober 2026

Eine Abwehr von Bomben aus dem Weltraum wäre die einzige Naturkatastrophe, die die Menschheit verhindern könnte. Und das ist keine Utopie.

»Ein Einschlag verändert mehr als nur die Bahn«
BDW PlusAstronomie & Physik

»Ein Einschlag verändert mehr als nur die Bahn«

15. Oktober 2026

Der erste Test zur Planetoidenabwehr war erfolgreich. Doch viele Fragen sind bis heute offen.

»Auf Tuchfühlung mit dem Schwarzen Loch«
BDW PlusAstronomie & Physik

»Auf Tuchfühlung mit dem Schwarzen Loch«

15. Oktober 2026

Ein Astronomenteam hat einen glücklichen Fund gemacht. Der Stern mit der Bezeichnung S301 kommt dem supermassereichen Schwarzen Loch im Zentrum unserer…

Lehrmeinung widerlegt? Weiße Zwerge können Massengrenze überschreiten
Astronomie & Physik

Lehrmeinung widerlegt? Weiße Zwerge können Massengrenze überschreiten

14. Oktober 2026

Der Theorie nach können Weiße Zwerge nicht schwerer werden als 1,44 Sonnenmassen. Doch Astronomen widerlegen dies nun – mit Folgen für die Kosmologie.

← Zurück zu Astronomie & PhysikZur Startseite