Das Dengue-Fieber gehört zu den häufigsten von Stechmücken übertragenen Krankheiten: Mehr als 390 Millionen Menschen infizieren sich jedes Jahr neu mit der Viruserkrankung. Sie entwickeln Fieber und andere grippeähnliche Symptome – im Extremfall kann die Krankheit aber auch zu gefährlichen Blutungen und sogar zum Tod führen. Als Hauptrisikogebiete des Dengue-Fiebers gelten die Tropen und Subtropen, wo es zuletzt immer wieder zu verheerenden Ausbrüchen kam. Allerdings erweitert sich das Verbreitungsgebiet durch den Klimawandel zunehmend. Auch Teile Deutschlands könnten nach Einschätzung von Experten in absehbarer Zeit zu einer Dengue-Region werden. “Weltweit besteht ein dringender Bedarf an Maßnahmen, die die übertragenden Mücken kontrollieren und die Verbreitung des Virus effektiv unterbinden können. Denn spezifische und wirklich wirksame Therapien gibt es bisher nicht”, erklärt Prasad Paradkar von Australiens Behörde für wissenschaftliche Forschung (CSIRO) in Geelong.
Ein schützender Antikörper
Ein vielversprechender Schritt in diese Richtung ist dem Wissenschaftler und seinen Kollegen um Erstautorin Anna Buchman von der University of California in San Diego nun gelungen: Sie haben Stechmücken genetisch so verändert, dass sie das Dengue-Virus besser bekämpfen und daher auch nicht mehr so leicht übertragen können. Der entscheidende Ausgangspunkt war dabei die Identifizierung eines menschlichen Antikörpers, der gegen alle vier bekannten Virustypen Wirkung zeigt. In einem nächsten Schritt nutzten die Forscher gentechnologische Methoden, um die Bauanleitung für diesen Antikörper in weibliche Gelbfiebermücken (Aedes aegypti) einzuschleusen – diese Mückenart ist einer der wichtigsten Überträger des Dengue-Fiebers. Die veränderten Mücken besaßen dadurch das Gen für ein Antikörperfragment, das die wesentlichen Antigene des Dengue-Erregers erkennt. “Sobald die Mücke Blut aufnimmt, wird der Antikörper aktiviert und exprimiert – das ist der Auslöser”, erklärt Buchmans Kollege Omar Akbari.
Wie die Forscher berichten, infizierten sich die Mücken in der Folge deutlich seltener und weniger schwer. Moskitos mit einer homozygoten Ausprägung des Gens schienen ihnen zufolge sogar vollständig immun gegen eine Infektion zu sein. “Der Antikörper kann der Vermehrung und Ausbreitung des Virus im Mückenkörper erfolgreich entgegenwirken”, konstatiert Akbari. “Es ist wahrscheinlich, dass die beobachtete Reduzierung der Virenlast ausreicht, um eine Übertragung zu verhindern”, erklären er und seine Kollegen. Das Besondere im Vergleich zu früheren Versuchen dieser Art: Erstmals sind die Mücken nicht nur widerstandsfähig gegenüber einem der Virus-Serotypen, sondern allen vier. “Für eine erfolgreiche Krankheitsbekämpfung ist das entscheidend”, betont das Team.





