Durch Stimulation des Immunsystems ist es möglich, bestimmte Formen von Hautkrebs am Ort der Erkrankung erfolgreich zu behandeln. Dazu benutzen Mediziner „Liganden” – Stoffe, die an einen Rezeptor binden können. Einer dieser Rezeptoren ist der Toll-Like-Rezeptor 7 (TLR7) des natürlichen Immunsystems. Durch synthetische TLR7-Liganden wird der Rezeptor stimuliert, sodass der Tumor als fremd erkannt und vom Immunsystem angegriffen wird.
Was bei Hautkrebs funktioniert, war bei anderen Krebsarten bisher wenig erfolgreich. Hier bedarf es oft einer systemischen Therapie, bei der der gesamte Organismus in die Behandlung einbezogen werden muss – etwa wenn der Krebs bereits gestreut hat. Dabei ließ sich das Immunsystem durch Liganden nicht ausreichend aktivieren. Carole Bourquin von der Universität München hat mit ihrem Team jetzt herausgefunden, warum: vor allem, weil die TLR7-Liganden bei der systemischen Therapie der Tumore zu oft verabreicht wurden – mehrmals in der Woche. Die Wissenschaftler wiesen in Versuchen mit Mäusen nach, dass durch die häufige Gabe der Substanzen der Rezeptor abstumpft und bis zu fünf Tage lang auf keine Stimulation mehr anspricht. Inzwischen haben die Forscher eine alternative Behandlung mit Liganden entwickelt, mit der sich die Tumore bei den Mäusen effektiv bekämpfen lassen.





