Wie angenehm einfach war noch vor Kurzem das Bild von der Entwicklung des menschlichen Gehirns: Nach der Geburt – so dachte man – beginnt das Denkorgan durch Umweltreize zu lernen und reift, indem die Nerven sich „richtig” miteinander verschalten. Spätestens mit zwölf Jahren sei das Gehirn „fertig”. Doch weit gefehlt: Forscher fanden, dass das aktive Lernen in Wahrheit bereits im Mutterleib anfängt – und dass die Reifung des Nervensystems keineswegs mit zwölf stoppt. Stattdessen wird das Gehirn in den Folgejahren komplett umorganisiert, quasi neu verdrahtet. Für die Jugendlichen stellt sich die Welt dabei gleichsam auf den Kopf, erkennen jetzt die Neurobiologen – was zudem erklärt, warum Teenager sich aus dem Blickwinkel ihrer Umgebung oft so seltsam verhalten.





