Deutsche Astronomen haben den jüngsten bislang bekannten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Der Exoplanet hat die zehnfache Masse des Jupiters und umkreist den nur zehn Millionen Jahre alten Stern TW Hydrae, haben Forscher vom Max-Planck-Institut für Astrophysik in Heidelberg beobachtet. Der Planet bewegt sich an der Innenkante einer Staubscheibe, die den Zentralstern umschließt. Damit sei erstmals der direkte Beweis erbracht, dass Planeten aus solchen scheibenförmigen Materiesammlungen um Sterne entstehen können.
Bislang sind über 250 Exoplaneten entdeckt. Allerdings finden sich darunter keine sehr jungen Planeten, die Rückschlüsse auf die Entstehungsgeschichte eines Planetensystems erlauben. Die Forscher hatten daher 200 sehr junge Sterne auf Planeten untersucht. Ein Planet wäre dann maximal so alt wie der Stern selbst. Bei ihren Beobachtungen werteten sie die sogenannten Radialgeschwindigkeiten der Sterne aus. Dies sind die Geschwindigkeiten, mit denen sich die Sterne auf einen Beobachter von der Erde zu- oder wegbewegen. Kleinste Schwankungen in dieser Geschwindigkeit sind Hinweise dafür, dass ein umkreisender Planet mit seiner Schwerkraft die Sternenbewegung leicht verändert.
Beim etwa 180 Lichtjahre entfernten Stern TW Hydrae haben die Forscher solche Schwankungen gefunden: Ein Exoplanet von der zehnfachen Masse des Jupiters kreist in nur dreieinhalb Tagen um den Stern. Sein Abstand beträgt dabei sechs Millionen Kilometer, was nur vier Prozent des Abstandes der Erde von der Sonne entspricht. Da TW Hydrae auf ein Alter von acht bis zehn Millionen Jahre geschätzt wird, müsse der “TW Hydrae b” genannte Exoplanet in dieser Zeit entstanden sein, erklären die Forscher.
Aus Beobachtungen mit dem Hubble-Weltraumteleskop ist bekannt, dass sich um TW Hydrae eine Materiescheibe aus Staub und Gas befindet. Den neuen Exoplaneten haben die Astronomen genau an der Innenkante dieser Scheibe lokalisiert. Die Forscher wollen nun mit weiteren Beobachtungen und Computersimulationen den genauen Ablauf der Planetenentstehung genauer untersuchen.
Johny Setiawan (Max-Planck-Institut für Astrophysik, Heidelberg): Nature, Band 451, S. 40 ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer





