Das Leben breitete sich mehrmals über die frühe Erde aus und wurde immer wieder von Asteroidenschlägen fast vollständig vernichtet. Das berichtet der Forscher Norman Sleep von der Stanford Universität am Freitag (14. Dezember) auf einem Treffen der Amerikanischen Geophysikalischen Gesellschaft in San Francisco.
Die Lebenszyklen begannen vor rund 4,5 Milliarden Jahren, als der Mond aus der Erde geschlagen wurde. In den folgenden 700 Millionen Jahren blühte das Leben mehrfach auf, um von riesigen Asteroiden, die zehn bis zwanzig Mal größer waren als der “Dinosaurier-Killer”, immer wieder fast vollständig ausradiert zu werden. Diese Aufschläge hätten die Erde jeweils beinahe sterilisiert, sagt Sleep. Die Ozeane seien fast verdampft, und die Erdoberfläche hätte sich auf rund tausend Grad Celsius aufgeheizt.
Solche Infernos konnten nur hitzeresistente Organismen überleben, die mehrere hundert Meter tief in der Erde in einer schmalen Zone hausten ? gefangen zwischen der Hitze an der Oberfläche und dem Glühen aus dem Erdinnern. Tatsächlich fanden Evolutionsbiologen, dass die Urahnen der heutigen Lebensformen wahrscheinlich hitzefeste Organismen waren, die bei über 80 Grad Celsius überleben konnten.
Von den wenigen überlebenden Organismen breitete sich das Leben wieder über die Erde aus ? bis zum nächsten Schlag. Bislang gingen Forscher davon aus, dass Asteroiden im frühen Sonnensystem in so hoher Rate einschlugen, dass sich in der Zwischenzeit kein Leben entwickeln konnte. Neue Forschungsergebnisse zeigten jedoch, dass in den 700 Millionen Jahren weniger als zwanzig große Himmelskörper auf die Erde prallten, sagt Sleep. Das gab dem Leben genügend Zeit, um zwischen zwei Schlägen aufzublühen.
Vor rund 3,8 bis 3,5 Milliarden Jahren schließlich ließ dieses kosmische Bombardement nach, und das Leben konnte sich konstanter entwickeln. Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten Lebensspuren, die Forscher bislang entdeckten.
ddp/bdw – Marcel Falk





