Es tut mir sehr leid, aber Sie haben das Kessler-Syndrom.“ Wenn man so einen Satz hört, sollte man sich Sorgen machen. Allerdings nur, wenn man ein Planet ist. Denn das Kessler-Syndrom ist keine fiese Krankheit, die man sich als Mensch holen kann, sondern etwas, das dem erdnahen Weltraum zustoßen kann. In diesem Bereich platzieren wir die meisten unserer Satelliten, und wer sich jetzt denkt: „Pff, Satelliten brauch ich eh für nix“, täuscht sich gewaltig. Ohne sie gäbe es keine zuverlässige Wettervorhersage, keine Navigations-Apps, kein Satellitenfernsehen, keine globale Kommunikation und keine Liveübertragungen von Sportereignissen. Ohne Erdbeobachtung aus dem All könnten wir weder die Folgen der Klimakrise noch die Auswirkungen von Umweltverschmutzung ausreichend erforschen und wären auch noch über einige weitere Dinge im Ungewissen. Kurz gesagt: Unsere moderne Welt könnte ohne die Satelliten im erdnahen Weltall nicht existieren. Und wenn Sie jetzt sagen: „Okay, dann will ich bitte doch Satelliten“, dann sollten Sie sich erst recht Sorgen um das Kessler-Syndrom machen, denn das kann unsere ganze Weltrauminfrastruktur zerstören.
Namensgeber für das Syndrom sind übrigens nicht die Kessler-Zwillinge, und demnach beschreibt es auch nicht zwei gleich aussehende Satelliten, die deutsches Unterhaltungsfernsehen übertragen. Sondern der Name geht zurück auf den amerikanischen Astronomen Donald Kessler, der sich eigentlich mit Asteroiden beschäftigt hat.





