Besonders aufschlussreich sind die Ausführungen Meiers zur Antike: Erste politische Beschlüsse, das vergangene „Schlimme“ zu vergessen, sind im antiken Griechenland seit dem letzten Viertel des 5. Jahrhunderts v. Chr. greifbar; sie sollten die persönliche oder parteiliche Rache an dem besiegten Gegner verhindern. Meier verfolgt das Wechselspiel von Erinnern und Vergessen über Mittelalter, Neuzeit und das Deutschland nach 1945 bis heute. Hier hätte man sich allerdings eine kritische Reflexion über die inzwischen ausufernde „Erinnerungsindustrie“ gewünscht.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





