von THERESA KÜCHLE
PFAS sind so weit verbreitet, dass wir sie nicht mehr vollständig aus der Umwelt entfernen können. Punktuell lohnt sich die Reinigung besonders belasteter Bereiche aber, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Gruppe der sogenannten per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen belastet beispielsweise Böden und Gewässer sowie Grundwasser rund um PFAS-verarbeitende Industriestandorte oder Einsatzorte von PFAS-haltigen Löschschäumen wie etwa Flug- und Truppenübungsplätze.
Eine Wunderwaffe gegen PFAS gibt es bislang nicht und wird es wohl auch nicht geben. Zu unterschiedlich sind die physikalischen und chemischen Eigenschaften der unter diesem Sammelbegriff vereinten Substanzen. Gemein ist ihnen, dass sie wegen der extrem stabilen Bindung zwischen Kohlenstoff- und Fluoratomen unter natürlichen Umweltbedingungen kaum abbaubar sind. Sehr grob lassen sie sich anhand der Länge der Kohlenstoffkette einteilen: In die langkettigen PFAS, die gut an Bodenpartikeln haften, und die kleinen kurzkettigen, die mobiler und wasserlöslicher sind, was ihre Verbreitung vereinfacht. Aufgrund der riesigen Anzahl von verschiedenen Substanzen ist es anspruchsvoll und aufwendig, Proben zu analysieren.
Oft werden verschiedene Technologien in sogenannten Treatment Trains kombiniert: Trennverfahren lösen die Substanzen aus dem kontaminierten Medium. Die PFAS im übrig gebliebenen Konzentrat werden im nächsten Schritt zerstört. Dabei muss nicht nur darauf geachtet werden, welche und wie vollständig PFAS tatsächlich abgebaut werden, sondern auch, ob bedenkliche Nebenprodukte entstehen. Beim Abbau von langkettigen Molekülen besteht etwa die Gefahr, dass sich kurzkettige PFAS bilden. Glücklicherweise ist die Altlastensanierung kein komplett neues Thema, sodass Forschende und Firmen teils auf bewährte Verfahren aufbauen und diese weiterentwickeln können.
Eine Waschmaschine für den Boden
Oft werden PFAS-belastete Böden nicht angerührt, bis etwa ein Bauvorhaben die Sanierung unumgänglich macht. Sofern die Deponierung kostengünstig ist, wird der Aushub dann andernorts gelagert, und falls nötig mit unbelasteter Erde wieder aufgefüllt. Das Problem ist damit aber nicht gelöst: Es muss dafür gesorgt werden, dass die Schadstoffe über Jahrhunderte hinweg nicht austreten können. Dies ist auch notwendig, wenn man sich für den Ansatz der Immobilisierung direkt an Ort und Stelle entscheidet, um zu verhindern, dass sich die Substanzen etwa über das Wasser verbreiten oder mit Organismen wechselwirken. Hierzu werden sogenannte Sorptionsmaterialien in den Boden eingebracht, die die Moleküle binden oder durch Versiegelung ihre Ausbreitung verhindern. Allerdings besteht auch bei diesem Verfahren die Gefahr, dass die Substanzen wieder freigesetzt werden.





