Die Bibel ist im doppelten Sinne ein Buch der Bücher. Einerseits wird sie so genannt, weil sie noch immer das meistverkaufte Buch der Welt ist. Anderseits ist die Bibel nicht nur in Altes und Neues Testament unterteilt: Das Alte Testament enthält seinerseits 46 Bücher, das Neue 27 – wenn man die katholische Sicht zugrunde legt. Die protestantischen Kirchen erkennen sieben Bücher des Alten Testaments, die nur in griechischer Übersetzung und nicht in der hebräischen bzw. aramäischen Urfassung überliefert sind, nicht als kanonisch an: Jesus Sirach, Tobit, Judit, Makkabäer 1 und 2, Baruch sowie das Buch der Weisheit. Dies entspricht dem jüdischen „Tanach“, eine Bezeichnung, die zusammengesetzt ist aus den Abkürzungen der Wörter „Tora“, „Nevi’im“ und „Ketuvim“, die für die einzelnen Bestand‧teile stehen. Die Tora enthält die fünf Bücher Mose, „Nevi’im“ heißt übersetzt „Propheten“ und enthält deren Bücher, „Ketuvim“ sind die „Schriften“ aus der Zeit des Babylonischen Exils.
Noch etwas dicker als die katholische Bibel ist jene der Ostkirchen, bei denen drei bzw. vier Bücher des Alten Testaments mehr als kanonisch gelten. Das Gegenteil von kanonisch ist apokryph; damit bezeichnet man Bücher, die nach der jeweils eigenen Überzeugung nicht zur Bibel gehören. Das heißt nicht, dass sie deshalb gleich als häretisch betrachtet werden. So hat Luther über die aus seiner Sicht apokryphen Bücher geurteilt: „Das sind Bücher, so der Heiligen Schrift nicht gleich gehalten und doch nützlich und gut zu lesen sind.“
Die Vatikan-Bibel des Belser Verlags orientiert sich, wie der Name und die Zusammenarbeit mit der Biblioteca Apostolica Vaticana nahelegen, am katholischen Kanon. Dementsprechend enthält es folgende Bücher im Alten Testament: die fünf Bücher Mose (Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri, Deuteronomium), die Bücher der Geschichte des Volkes Gottes (Josua, Richter, Rut, Samuel 1 und 2, Könige 1 und 2, Chronik 1 und 2, Esra, Nehemia, Tobit, Judit, Ester, Makkabäer 1 und 2). Es folgen die Bücher der Lehrweisheit und die Psalmen (Hiob, Psalmen, Sprichwörter, Kohelet, Hohes Lied, Weisheit, Jesus Sirach). Zu den „Büchern der Propheten“ gehören Jesaja, Jeremia, die Klagelieder, Baruch, Ezechiel, Daniel sowie die unter dem Oberbegriff „Zwölfprophetenbuch“ zusammengefassten Bücher Hosea, Joël, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zefanja, Haggai, Sacharja und Maleachi.
Zum Neuen Testament zählen die vier Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas und Johannes), die Apostelgeschichte, die Briefe des Apostels Paulus an die Römer, die Korinther (1 und 2), die Galater, die Epheser, die Philipper, die Kolosser und die Thessalonicher (1 und 2). Als „Pastoralbriefe“ werden die beide Briefe an Timotheus, der Brief an Titus, der Brief an Philemon und der Brief an die Hebräer bezeichnet. Es folgen die „Katholischen Briefe“: der Brief des Jakobus, der erste und der zweite Brief des Petrus, die drei Briefe des Johannes sowie der Brief des Judas. Den Schluss jeder christlichen Bibel markiert die Offenbarung des Johannes.





