Vor einem Vierteljahr ist in die Souterrain-Wohnung unseres Nachbarhauses eine etwas merkwürdige ältere Dame eingezogen, die sich astrologische Beraterin nennt. Die Freundinnen meiner Frau nehmen ihre Dienste häufig in Anspruch, auch meine Frau ist auf einem Esoteriktrip. Nun besucht sie auch noch einen Volkshochschulkurs „Planeten-Amulette selber machen” – und das ausgerechnet immer montagabends, wenn ich meinen Stammtisch habe. Jetzt hüte ich stattdessen die Kinder und trinke mein Bier alleine vor dem Fernseher. Am letzten Montag kam meine Frau von ihrem Kurs nach Hause, zeigte auf ihren Hals und sagte: „Schau mal!” An einem Kettchen hing dort ein Silberplättchen, auf dem einige Zahlen standen. „Was ist das?”, fragte ich. „Das ist ein Saturn-Amulett. Ich habe es heute Abend selbst graviert.” „Schön” , sagte ich und wandte mich wieder dem Fernseher zu. Meine Frau schnappte die Fernbedienung und schaltete den Ton aus. Dann nahm sie das Amulett ab und gab es mir: „Ich habe es für dich gemacht.” Ich betrachtete es genauer. Auf dem Silberplättchen war ein in 3 mal 3 Felder gegliedertes Quadrat zu sehen, auf die die Zahlen 1 bis 9 verteilt waren. „Das ist ein magisches Quadrat”, erklärte meine Frau. „Die Summe der Zahlen in jeder Zeile, in jeder Spalte und in den beiden Diagonalen ist jeweils gleich. Es gibt auch magische Quadrate mit 16, 25, 36, 49, 64 und 81 Feldern. Sie verstärken die guten Einflüsse der anderen sechs Planeten Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und Mond auf den Träger des dazugehörigen Amuletts.” „Das ist doch Unsinn”, sagte ich. „ Erstens sind der Mond und die Sonne keine Planeten.” „Du weißt natürlich mal wieder alles besser”, unterbrach mich meine Frau schnippisch. „Und zweitens gibt es auch noch magische Quadrate mit mehr als 81 Feldern”, fuhr ich fort. „Na, siehst du!”, sagte meine Frau triumphierend, aber völlig unlogisch. „Du solltest unbedingt das Saturn-Amulett tragen, denn es verleiht Weisheit, Einsicht und Erleuchtung.” Etwas verärgert entgegnete ich: „ Graviere mir lieber ein Anti-Saturn-Amulett.” „Was ist denn das?” , fragte meine Frau. „Das ist ein 3-mal-3-feldiges Quadrat, bei dem in jeder Zeile, jeder Spalte und den beiden Diagonalen die Summe der Zahlen einen anderen Wert hat. Es gibt also acht verschiedene Reihensummen. Am wirksamsten sind Anti-Saturn-Amulette mit möglichst kleiner Summensumme.” „Was ist denn das schon wieder?” „Die Summensumme ist die Summe aller acht Reihensummen des Amuletts.” „Und wie groß ist die kleinste Summensumme?” „Das müsst ihr in eurem Volkshochschulkurs schon selbst herausfinden”, erwiderte ich. Kennen Sie die Antwort?
Die Lösung des März-Preisrätsels
Helena ist x Jahre alt und war vor y Jahren halb so alt, wie Jakob heute ist, also 12 Jahre alt. Jakob ist 24 Jahre alt und war vor y Jahren so alt, wie Helena heute ist, also x Jahre alt. Diese beiden Beziehungen entsprechen den Gleichungen x – y = 12 und 24 – y = x. Löst man die erste Gleichung nach y auf und setzt sie in die zweite ein, erhält man nach einigen Umformungen x = 18. Helena ist also auf der Geburtstagsfeier 18 Jahre alt geworden.
Die Gewinner
Das Los hat entschieden: Claudia Behlau, Stuttgart, und Dr. Hans Carsten Jacobsen, Flensburg erhalten den Hauptgewinn, je ein Fernglas. Buchpreise bekommen: Hedwig Groote, Nürnberg; Siegfried Held, Lübbecke; Christian Mainhardt, Künzelsau; Ida Panciera, Longarone/Italien; Ernst-Wilhelm Rech, Sandhausen. Wir gratulieren allen Gewinnern.
So machen Sie diesen Monat mit
Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 30. Juni 2005 an:
bild der wissenschaft, Kennwort „Cogito 06|05″
Ernst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen
Die Lösung und die Namen der Gewinner werden im September-Heft 2005 veröffentlicht.
Zu gewinnen
Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden ein Hauptgewinn und fünf Bücher ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Hauptgewinn sind zwei Taschenferngläser „Victory Compact 8 x 20″ von Carl Zeiss für den besseren Durchblick (Details unter www.zeiss.de). Buchpreise sind „ Gedankenexperimente” von Henning Genz aus dem Rowohlt Taschenbuch Verlag – eine faszinierende Darstellung der Macht des Denkens von der antiken Philosophie bis zur Quantenphysik. Informationen unter www.rororo.de.
Sind Sie noch im Bild der Wissenschaft?– Die richtigen Antworten
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