Wir haben Asteroiden viel zu verdanken. Sie waren schon da, bevor irgendetwas anderes da war. Aus ihnen sind vor 4,5 Milliarden Jahren die Planeten des Sonnensystems entstanden, und seither kommen regelmäßig Felsbrockenverwandte aus dem All zu Besuch. Was für die Erde erst gut war, denn sie haben als Gastgeschenk unter anderem Eis mitgebracht. Allerdings kein Dessert – die bei uns beliebten Sorten Erdbeer-, Vanille- oder Schokoeis sind im Universum ja leider nicht anzutreffen. Nicht einmal simples Wassereis mit Fruchtgeschmack hat man bis jetzt entdeckt. Was neben Gestein und Metall in einem typischen Asteroiden steckt, ist nur gefrorenes Wasser. Das wäre allerdings dringend nötig, denn die Erde präsentierte sich nach ihrer Entstehung als heißer, trockener Himmelskörper, ohne Erfrischungsmöglichkeit. Ein Großteil unseres Wassers war damals nicht vorhanden. Hätte die Erde Humor gehabt, wäre er zwangsläufig trocken gewesen. Wasser, wie wir es kennen und schätzen, kam erst durch Einschläge aus dem All zu uns. Somit sind Asteroiden gewissermaßen das Fundament, auf dem das Leben entstehen konnte. Dafür sind wir dankbar, aber irgendwann ist es dann auch genug.
Das sehen Asteroiden leider anders. Sollte doch einmal ein größerer Brocken auf Kollisionskurs mit unserem Planeten sein, was dann? Es so machen wie Bruce Willis und mit ein paar Atombomben im Gepäck einfach hinfliegen und das Ding in die Luft sprengen? Besser nicht! Einerseits kann der arme Asteroid ja nichts dafür, der kollidiert ja nicht absichtlich mit uns! Gewalt ist keine Lösung – heißt es oft, stimmt auf der Erde zwar nicht immer, aber im All und im Fall eines nennenswerten Asteroiden schon. Will ein Asteroid nämlich mit seinem Einschlag globale Aufmerksamkeit und Massensterben verursachen, muss er entsprechend groß sein! Der Himmelskörper, der vor 65 Millionen Jahren die Dinosaurier ausgerottet hat, war mit einem Durchmesser von zehn Kilometern dicker, als der Mount Everest hoch ist. Das lässt sich schwer sprengen – im besten Fall hat man danach anstatt eines großen Objekts, das auf die Erde fällt, zwei nicht mehr ganz so große Objekte, die uns trotzdem noch treffen. Das wären dann Breaking News im wahrsten Sinn des Wortes.
Atombombenorgien sind als Plot Twist in Hollywoodfilmen okay – in der Realität muss man es anders angehen. Etwa zum Asteroiden fliegen und dort dann nichts tun. Am besten ein paar Jahrzehnte lang. Als Handlungsbogen für einen Popcorn-Blockbuster ist diese Aktion kaum geeignet. Denn Bruce Willis, der ins All fliegt und dann 20 Jahre lang nichts tut, erinnert eher an Andy Warhols „Sleep“ als an „Armageddon“. Als Maßnahme gegen einen Asteroideneinschlag würde es aber funktionieren. Denn zwischen dem Raumschiff und dem Asteroiden wirkt ja immer noch die Gravitationskraft, wie zwischen allen Objekten im Universum, die eine Masse haben. Wenn man nun klug genug war, sein Raumfahrzeug mit einem Antrieb auszustatten, kann man es vorsichtig bewegen – und der Asteroid würde folgen, gezogen von der Gravitationskraft wie mit einem unsichtbaren Abschleppseil.





