Als aus den Computern Maschinen wurden und mit immer leistungsstärkeren Prozessoren und Speichern ausgestattet wurden, rechneten sie immer schneller, immer genauer und immer mehr, was bereits 1976 die Ansicht aufkommen ließ, „wir haben aus der Welt einen Computer gemacht“.
Doch während inzwischen die meisten Menschen mit und an ihren Computern in Form von Laptops und Smartphones tätig sind, dringt die Idee dieser Maschinen in das Leben selbst ein. Wer diesen Schritt verstehen will, muss sich zum einen klarmachen, dass es in den Zellen wie in den Rechnern um Informationen geht, und sollte zum zweiten darüber staunen, dass ein Milliliter von Bakterien mehr Informationen als das komplette Internet speichern kann und so viele Schaltkreise wie Milliarden von Silizium-Prozessoren in sich trägt.
Biologische Systeme sind sowohl extrem kompakt als auch höchst energieeffizient. Daher arbeiten Computerfachleute daran, mithilfe von Bakterien umfangreiche rechnerische Aufgaben etwa zur Optimierung von Lieferketten zu lösen oder Auswege aus einem Labyrinth zu finden. Die Idee, dass Rechnen – Computing – zum Leben gehört, kann aber nicht nur zur Klärung mathematischer Kniffligkeiten in der Außenwelt eingesetzt werden, sondern auch zum Verständnis der organischen Innenwelt beitragen. Pilze zum Beispiel weisen ein breites Spektrum an Wahrnehmungen auf, wenn sie auf Licht, Chemikalien, Schwerkraft, mechanischen Stress und den pH-Wert in ihrer Umgebung reagieren.
In den meisten Fällen hat sich die Forschung bislang darum gekümmert, wie ein Pilz in seinen Strukturen – etwa Membranen und Proteinen – die Signale weiterleitet, die von äußeren Reizen wie Licht und Gravitation ausgehend das innere Geschehen des Lebens beeinflussen und seine Antwort bewirken. In der bisherigen Erforschung der Wahrnehmung meinte man, es reiche, die Kette der Signale aufzuspüren, um die Reaktionen des Lebens verstehen zu können. Doch mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Computern und der Allgegenwart von zu verarbeitenden Informationen und den dazu benötigten Algorithmen ist der Gedanke nicht von der Hand zu weisen, dass man die eigentlich dazu nötige Fähigkeit des Lebens – seine Rechenkünste – bislang übersehen hat. Nicht zu glauben.





