Jedes Jahr gelangen weltweit knapp 30 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre – ein Großteil davon aus Kraftwerken. Eine Möglichkeit, diese Umweltbelastung zu verringern, ist das Treibhausgas in den Kraftwerken abzutrennen und dann unterirdisch zu lagern. Ein erstes solches großes „ CO2-freies Kraftwerk” will das Energieunternehmen RWE im Jahr 2014 in Betrieb nehmen.
Nach einer Studie von Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe um Peter Radgen in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover können derartige Kraftwerke in den kommenden 20 bis 50 Jahren den Ausstoß von CO2 deutlich reduzieren, bis genügend regenerative Energiequellen nutzbar sind. Die Forscher geben jedoch zu bedenken, dass Kraftwerke mit CO2-Abscheidung und -Lagerung ein Drittel mehr Kohle oder Erdgas verbrauchen als herkömmliche Anlagen und daher keinen Fortschritt für eine nachhaltige Energiegewinnung bedeuten.
Als Lagerstätte für das Kohlendioxid kommen vor allem ehemalige Öl- und Gasfelder in Frage oder auch „salinare Aquifere” – salzwasserhaltige Sandsteinschichten, die das Gas wie ein Schwamm aufsaugen. Allerdings müssen zuvor noch rechtliche Fragen geklärt werden. Denn die Gesetze, die den Untergrund betreffen, wie das Bundesberg- oder Wasserhaushaltsgesetz, berücksichtigen die Speicherung von Kohlendioxid bisher nicht. Ein kritischer Punkt ist auch, wie die Anwohner auf ein unterirdisches CO2-Lager in ihrer Nähe reagieren.





