Nur dem Volk der Juden hatte das Römische Reich den Glauben an einen Gott gestattet. Aber mit dem Missionsauftrag des Neuen Testaments veränderte sich alles. Das christliche Evangelium sollte die ganze Welt erreichen. Und der biblische Gott fordert Ausschließlichkeit: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ Dieses erste Gebot aus dem Alten Testament, das für Christen und Juden gleichermaßen gilt, ließ keine Pluralität zu, keine Kompromisse mit den alten Kulten, kein Schwanken zwischen Gott und den Göttern. Es erzwang ein klares Bekenntnis.
Der Forschung gilt die Durchsetzung des Monotheismus schon lange als Wegmarke der Menschheitsgeschichte. Die Folgerung: Erst die Gehorsamsforderung des eifernden Gottes habe die Glaubens- und Religionskriege hervorgebracht. Man urteilt heute vorsichtiger, weil die christliche Botschaft komplexer ist. Zur göttlichen Ausschließlichkeit gehören nämlich das rückhaltlose Gebot zur Nächstenliebe und die Theologie der Vergebung wie der Gnade hinzu.
Gleichwohl leitete der Wechsel von den Kulten der vielen Götter zur Alleinherrschaft des einen Gottes eine historische Wende ein. Wer nicht an Gottes Allmacht glaubte, wurde fortan als Heide diffamiert. Heiden wissen gar nicht, dass sie Heiden sind, denn erst andere machen sie zu Heiden. Zur Unterscheidung zwischen wahr oder falsch, zwischen Christen und Heiden war Glaubensgewissheit nötig. Das brachte geistliche Autoritäten oder Institutionen hervor, die sichere Urteile zwischen Rechtgläubigen und Abweichlern fällten. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 08/2013.
Prof. Dr. Bernd Schneidmüller




