Borgolte macht gleich zu Anfang klar, daß das Europa des Mittelalters keineswegs mit der Verbreitung der lateinischen Sprache, dem Abendland oder dem Papsttum identisch ist. Vielmehr ist das einheitliche Band der Monotheismus, allerdings in den konkurrierenden Fassungen des Christentums, des Judentums und des Islam. So verfolgt er im ersten Teil die Ausbreitung der drei Religionen, die Christianisierung ebenso wie das Geschick der europäischen Judenheit und die muslimischen Eroberungen in Spanien und Sizilien. Im zweiten Teil, der dem Verhältnis von Religion und politischer Gewalt gewidmet ist, werden die Gründe für den Aufstieg des Abendlandes herausgearbeitet. So bietet der Band eine anregende Lektüre. Gespannt ist man nun auf den letzten Band über die „Alte Welt“ von Christian Meier.
Rezension: Talkenberger, Heike




