Bislang galten die hellen Wolkenbänder als Zonen aufsteigender Luft. In den dunklen Gürteln, so nahm man an, sinken die Luftmassen wieder ab. Die Cassini-Aufnahmen zeigen jetzt, dass es genau umgekehrt ist. Auf den Bildern tauchen innerhalb der dunklen Gürtel immer wieder aufsteigende, helle Wolken auf, die belegen, dass die Luft hier nach oben quillt. “Das ist das genaue Gegenteil von dem, was man in den letzten 50 Jahren angenommen hat”, sagt Tony Del Genio vom Goddard Space Flight Center der Nasa.
Die Forscher fanden außerdem heraus, wie die Ringe von Jupiter entstehen. Die zwei kleinen Monde Metis und Adrastea, die in der Nähe der Ringe liegen, sind offenbar die Quelle für die Partikel. Porco und ihre Kollegen schreiben, dass die Staubkörner unregelmäßig geformt und nicht rund sind. Das deute darauf hin, dass sie durch winzige Meteoriteneinschläge aus den Monden herausgeschlagen werden.
Ultraviolettaufnahmen des Nordpols und der höheren Breiten zeigten ebenfalls bislang unbekannte Strukturen, die den Forschern Aufschlüsse über Dunst in der Stratosphäre und den Lebenszyklus von Wolken geben. “Die Jupiter-Ergebnisse geben einen Vorgeschmack auf die spektakulären neuen Entdeckungen, die Cassini am Saturn erwarten”, freut sich Larry Esposito von der University of Colorado. Die Sonde soll am 1. Juni 2004 in einen Orbit um den Planeten mit dem Ring einschwenken.




