Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • Einzelheftverkauf
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-392
E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Startseite/Allgemein/Artikel
Brutal ehrlich: Antike neu erzählt
Allgemein

Brutal ehrlich: Antike neu erzählt

Wenn der Rezensent so ins Buch vertieft ist, dass er im ÖPNV seinen Umstieg versäumt, haben die Verfasser viel richtig gemacht. Erst recht, wenn es sich um ein Sachbuch handelt und dessen Inhalt dem nämlichen Rezensenten wohlbekannt ist. Michael Sommer und Stefan von der Lahr können also ganz zufrieden mit ihrem…
06. März 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Allgemein

Buchcover mit Titel, Autoren, Sprechblasen- und Blut-Spritz-Design, orange Wenn der Rezensent so ins Buch vertieft ist, dass er im ÖPNV seinen Umstieg versäumt, haben die Verfasser viel richtig gemacht. Erst recht, wenn es sich um ein Sachbuch handelt und dessen Inhalt dem nämlichen Rezensenten wohlbekannt ist. Michael Sommer und Stefan von der Lahr können also ganz zufrieden mit ihrem Projekt sein, das laut Vorwort nahezu wörtlich als Schnapsidee begann, aber schon bald Form annahm.

Die Geschichte der Antike wollten die beiden erzählen. Die Gewalttätigkeit der Epoche sollte der Blickwinkel sein, nicht wissenschaftlich, sondern unterhaltsam sollte das Buch werden und vor allem inhaltlich wie stilistisch nicht nur für ein breites, im Zweifel ohne Vorwissen versehenes Publikum geschrieben sein, sondern zielgerichtet an den Erwartungen vorbei, welche die übliche, humanistisch gebildete Leserschaft eines solchen Werkes hat. Besonders Letzteres ist offenbar gelungen, wie die Besprechung in der FAZ zeigt.

Gewiss, nicht jeder Gag sitzt, und manchmal ist die Kluft zwischen dem immer wieder aufblitzenden Stil, den die beiden Autoren eigentlich pflegen, und der beabsichtigten Schnoddrigkeit so weit, dass es fast schmerzt: „Bruda, machssu mit Schwert, hassu mehr Grip!“ Und doch liest sich das Ganze flüssig und kurzweilig, in der zweiten Hälfte mehr noch als in der ersten.

Auch und gerade ein solches Buch braucht den Mut zu werten: über historische Geschehnisse, über ihre Darstellung in den Quellen und darüber, was mehr, was weniger oder gar keinen Platz im Buch erhält. Es lässt sich dann leicht fragen, ob nicht etwa die Alltagskriminalität, Menschenopfer in Karthago oder – wenn schon die Gladiatorenkämpfe angesprochen werden – die sogenannten Spektakelmartyrien der Christen im 2. Jahrhundert gut ins Buch gepasst hätten. Bestimmt – aber wer das bemängelt, müsste beantworten, was stattdessen hätte wegfallen sollen.

Auch werden manche Einschätzungen irritieren, besonders die Darstellung der athenischen Bürger als gieriger Mob ganz im Sinne der demokratiefeindlichen Überlieferung. Doch geht solche Kritik an der Sache vorbei: Das Buch will ja gerade dazu einladen, sich überhaupt mit der Antike zu befassen. Wer das wirklich tut, wird irgendwann die richtigen Fragen stellen. Der Rest wird auch Sommer und von der Lahr bald vergessen.

Man kann sich noch an der Verve reiben, mit der die beiden Autoren – später als andere – ein idealisiertes Antikebild angreifen. Das scheint aber ein bewusster Strohmann zu sein, wenn man den Schluss liest, in dem die eigene Darstellung gegen den Strich gebürstet wird: Die Antike war auch, aber nicht nur eine Zeit der Gewalt. Damit wecken die Autoren Neugier und fördern eine Eigenschaft, die heute nottut: Ambiguitätstoleranz.

Das Buch kratzt zu Recht an der noch immer vorhandenen Scheu deutscher Wissenschaft, ja nicht zu populär zu sein. Ob es in Zeiten von Insta-Stories und Tiktok-Reels die erreicht, die es erreichen will? Den Autoren die Lösung dieses Dilemmas abzuverlangen, wäre dann doch unfair.

Rezension: Dr. Philipp Deeg

Michael Sommer/Stefan von der Lahr
Die verdammt blutige Geschichte der Antike
Ohne den ganzen langweiligen Kram
Verlag C. H. Beck, München 2025, 364 Seiten, € 26,–

BlutigMichael Sommer

Mehr aus Allgemein

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Allgemein.

Alle Allgemein-Artikel
Allgemein

Ode ans Schmarotzen

19. April 2026

Parasiten haben ein schlechtes Image, nicht zu Unrecht: Sie nisten sich ungefragt in ihrem Wirt ein, zehren von ihm und zerstören ihn im…

Intelligentes Naturkapital
Allgemein

Intelligentes Naturkapital

19. April 2026

Kann KI die Natur retten? Dieser Frage widmen sich die Biologin Frauke Fischer und die Wirtschaftswissenschaftlerin Hilke Oberhansberg in…

Die Geschichte der Post
Allgemein

Die Geschichte der Post

17. April 2026

Lange vor Telefon und E-Mail spannte sich ein Netz aus Reitern, Kutschen und Stationen über Europa. Es ließ Nachrichten zirkulieren,…

Mikrokosmos Boden
Allgemein

Mikrokosmos Boden

16. April 2026

LESERREISE STANDARDS Magazin: Neues aus Forschung und Technik Phänomenal: Wenn das Herz bricht Statistik: Jägerinnen und Jäger…

← Zurück zu AllgemeinZur Startseite