Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Shop
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Abonnement & LeserserviceE-Mail: leserservice@konradin.de
Tel: +49 (0)711 82651-201
RedaktionE-Mail: wissenschaft@konradin.de
Tel: +49 (0)711 7594-392
Folgen Sie uns
Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Technik & Digitales/Artikel
Brille wandelt Infrarotlicht in farbige Bilder um
Technik & Digitales

Brille wandelt Infrarotlicht in farbige Bilder um

Diese Brille ist der Prototyp eines neuartigen Infrarot-Konverters, der die für uns unsichtbare Infrarotstrahlung in farbige Seheindrücke umwandeln kann. · Foto: © Fu et al./ Science Advances, CC-by-nc 4.0

Unsichtbares wird sichtbar: Ein neuartiger Konverter wandelt für uns unsichtbare Infrarotstrahlung erstmals in farbige Seheindrücke um. Bisher konnten Infrarot-Sichtgeräte nur monochrome Bilder erzeugen. Die Infrarotwelt wird dadurch auf ganz neue Weise und weit schärfer als zuvor wahrnehmbar, wie die Forschenden berichten. Wird die Technik in eine Brille integriert, zeigt sie die Infrarot-Informationen wie bei einer Augmented Reality.
Autor
Nadja Podbregar
30. Juli 2026
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Technik & Digitales

Unsere Augen sind für die Hälfte des Sonnenlichts blind, denn wir sehen nur einen kleinen Ausschnitt des Strahlungsspektrums – das sichtbare Licht mit 400 bis 700 Nanometer Wellenlänge. Auf die langwelligere Infrarotstrahlung reagieren die menschlichen Sehpigmente dagegen nicht – die Photonen dieser Strahlung sind nicht energiereich genug. Um dies auszugleichen, behelfen wir uns zwar mit Nachtsichtgeräten. Diese zeigen uns die Infrarotwelt aber nur einfarbig und oft unscharf. Gleiches gilt für neu entwickelte Infrarotsicht-Kontaktlinsen.

Halbleiterstapel als Strahlungswandler

Doch in Zukunft könnten wir ganz neue – farbige – Einblicke in die Infrarotwelt erhalten. Denn Forschende des Beijing Institute of Technology um Chengchang Fu haben erstmals eine Technik entwickelt, die Infrarotstrahlung in farbige Seheindrücke umwandeln kann. „Dies erschließt uns ein riesiges Reservoir von zuvor unzugänglicher Information und ermöglicht Funktionen, für die unsere natürliche Sicht nicht ausreicht“, erklärt das Team.

Möglich wird dies durch einen neuartigen Konverter, der infrarote Strahlung über photoelektrische Prozesse in verschiedene Wellenlängen des sichtbaren Lichts umwandelt. Basis dafür ist eine raffinierte Kombination verschiedener ultradünner Hableiterschichten. Die erste Schicht bilden Quantenpunkte aus dem Halbleitermaterial Quecksilbertellurid – winzige in eine Matrix eingebettete photoelektrische Reaktionszentren. Trifft Infrarotlicht auf diese Halbleiter-Quantenpunkte, werden sie angeregt und dies verändert die Ladungsverteilung im Material.

„Verschiedene Infrarotwellenlängen erzeugen dabei unterschiedliche Energieübergänge und damit auch unterschiedliche Mengen an Exzitonen“, erklären Fu und seine Kollegen. Exzitonen sind durch Anregung gebildete Quasiteilchen aus Elektronen und positiv geladenen „Löchern“ im Material. Im Infrarot-Konverter erzeugt kurzwelligeres Infrarotlicht mehr dieser Exzitonen als langwelligeres, wodurch spezifische Ladungspeaks entstehen. Die positiv geladenen Löcher dieser Peaks werden dann weitergeleitet.

Aufbau des Konverters

Aufbau des Infrarot-Konverters (links) und Reaktionen der Rot- und Cyan-Emitterschicht. (HTL: Lochtransportschicht, ETL: Elektronentransportschicht) — © Fu et al./ Science Advances, CC-by-nc 4.0

Wie das farbige Licht entsteht

Der eigentliche Clou folgt dann: Über der Quantenpunktschicht liegen mehrere Schichten aus Halbleitern, die bei elektrischer Anregung Photonen jeweils bestimmter Wellenlängen abgeben – nach dem Prinzip einer LED. Dabei liegt die rotes Licht emittierende Schicht zuunterst, darauf folgt eine Schicht, die Photonen im Cyanbereich abgibt. „Die von den Quantenpunkten generierten Löcher werden zunächst bevorzugt von der roten Schicht der Emissionseinheit gefangen“, erklären Fu und sein Team.

In dieser Schicht wird Infrarotstrahlung längerer, energieärmerer Wellenlängen in rötliche Farbtöne umgewandelt. Kurzwelligeres Infrarotlicht erzeugt jedoch mehr Löcher als dieses Material aufnehmen kann – es wird übersättigt. „Überschüssige Löcher überwinden dann die Energiebarriere und gelangen in die Cyan-emittierende Schicht“, berichten die Physiker. Als Folge emittiert der Konverter jetzt Licht mehrerer Farben. „Infrarotwellenlängen von 980, 1550 und 2000 Nanometer erzeugen dadurch entsprechende Farbunterschiede.“ Zusätzlich spiegeln sie auch die Intensität der Infrarotstrahlung wider.

Infrarot-Brille als Prototyp

In ihren Praxistests haben die Forscher ihren Infrarot-Konverter auch schon in eine Brille eingebaut. Das geht, weil die Konverterschichten sehr dünn und weitgehend transparent sind. „Dadurch können die vom Konverter erzeugten Signale und der sichtbare Hintergrund überlagert werden“, erklären Fu und seine Kollegen. Es entsteht ein Seheindruck ähnlich wie bei der Augmented Reality: Wir sehen die Formen und Farben aus dem Infrarotbereich zusätzlich zu den für uns von Natur aus sichtbaren Strukturen.

“Damit definieren wir die Infrarotsicht neu“, konstatieren Fu und sein Team. Erstmals sei es nun möglich, das Spektrum und die Intensität von Infrarotsignaturen in unterscheidbare Farbtöne umzuwandeln. Dies erweitert nicht nur die Möglichkeiten beispielsweise von Nachtsichtgeräten, es verbessert auch ihre Sensitivität und Auflösung. Denn das menschliche Auge kann Farbunterschiede besser wahrnehmen aus bloße Helligkeitsabstufungen, wie die Forscher erklären. In Tests lag die Unterscheidbarkeit subtiler Infrarotsignale um zwei Größenordnungen höher als bei monochromen Umwandlern.

Anwendungen als Prothesen, Sensoren oder Implantate

Nach Ansicht der Forscher hat ihr Infrarot-Konverter zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten: „Diese Technologie ebnet den Weg für visuelle Prothesen der nächsten Generation, aber auch für eine Erweiterung unserer Sensorik“, schreiben sie. Mithilfe dieser Technik könnte man beispielsweise Substanzen anhand ihrer Infrarotsignatur unterscheiden oder Wärmesignaturen erkennen – einfach nur mit einer Brille. Sie verbessert zudem Nachtsichtgeräte und andere unter erschwerten Sichtbedingungen genutzte Instrumente.

In Zukunft wäre es sogar denkbar, den Infrarot-Konverter so weit zu miniaturisieren, dass er direkt ins Auge eingepflanzt werden kann. Einen ersten Test dafür haben Fu und seine Kollegen bereits am Mäuseauge durchgeführt. Dafür pflanzten sie einen solchen Mini-Konverter unter die Netzhaut der Maus und koppelten ihn an den Photorezeptor für blaues Licht. Hirnstromableitungen zeigten, dass dieser Rezeptor daraufhin von Infrarotlicht aktiviert wurde.

Quelle: Chengchang Fu (Beijing Institute of Technology, Peking) et al., Science Advances, 2026; doi: 10.1126/sciadv.aed0245

BrilleInfrarot-KonverterInfrarotsichtInfrarotstrahlungLichtStrahlungswandler
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie Bild der Wissenschaft in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Technik & Digitales

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Technik & Digitales.

Alle Technik & Digitales-Artikel
Künstliche Intelligenz: Wie KI-Agenten Gruppen bilden
Technik & Digitales

Künstliche Intelligenz: Wie KI-Agenten Gruppen bilden

19. August 2026

KI-Agenten koordinieren sich in einer Gruppe nach ähnlichen Regeln wie wir Menschen – allerdings auf höherem Niveau, wie ein Experiment demonstriert.

Hybride Dachanlage liefert Strom, Wärme und Kühlung zugleich
Technik & Digitales

Hybride Dachanlage liefert Strom, Wärme und Kühlung zugleich

17. August 2026

Drei in einem: Eine neue Technik kann Kühlung, Solarstrom und Warmwasser vom Hausdach liefern – energiesparend und in nur einem platzsparenden Bauteil.

Wie man eine Boeing 737 hackt
Technik & Digitales

Wie man eine Boeing 737 hackt

17. August 2026

60 Sekunden und ein handtellergroßes Gerät reichen, um ein Flugzeug zu hacken – beispielsweise eine Boeing 737, wie US-Forscher demonstrieren.

Nano-Magneten gegen PFAS-Ewigkeitschemikalien
Technik & Digitales

Nano-Magneten gegen PFAS-Ewigkeitschemikalien

7. August 2026

Mit magnetischen Nanopartikeln ist es Forschenden gelungen, verschiedene Arten von PFAS-Chemikalien aus Wasser zu entfernen – auch unter Praxisbedingungen.

← Zurück zu Technik & DigitalesZur Startseite