Durch persönliche Erinnerungen zeichnet Héctor Abad den Weg seines gleichnamigen Vaters, der als Mediziner, Wissenschaftler und Visionär auf der Suche nach den Ursachen medizinischer und gesellschaftlicher Probleme war, den Kampf gegen Epidemien aufnahm und dann im Einsatz für die Gerechtigkeit in die Mühlen der kolumbianischen Politik geriet. Abad kämpfte für bessere hygienische Standards, Aufklärung und die Achtung der Menschenrechte, was zu Feindschaften mit Privatärzten, römisch- katholischen Kirchenvertretern und politischen Gruppierungen führte.
Aus Trauer und gegen das Vergessen schrieb Héctor Abad dieses empfehlenswerte Buch, das nicht nur eine Aufarbeitung einer besonderen Vater- Sohn Beziehung ist, sondern tiefe Einblicke in das korrupte System Kolumbiens ermöglicht. Der Schriftsteller setzt damit seinem Vater ein Denkmal und zeigt in lebendiger, doch unpathetischer Sprache das alltägliche Leben frei denkender Menschen in einem unterdrückten Land.
Rezension: Lars Lehmann




