Braune Zwerge entstehen auf die gleiche Weise wie Sterne aus einer rotierenden Gaswolke und nicht wie Planeten, die innerhalb der Gasscheibe um einen jungen Stern heranwachsen. Das haben Forscher um Joao Alves von der Europäischen Südsternwarte (Eso) in Garching vergangene Woche auf der Tagung der American Astronomical Society in Pasadena berichtet.
Braune Zwerge sind Himmelskörper, die zehn bis 70 Mal so schwer sind wie der Planet Jupiter und damit zu klein, um in ihrem Innern ein dauerhaftes nukleares Feuer aufrecht zu erhalten. Da sie von der Größe her zwischen Riesenplaneten und Zwergsternen liegen, war lange unklar, wozu sie nun eigentlich gehören.
Mit dem New Technology Telescope der Eso in Chile beobachteten Alves und seine Kollegen nun etwa hundert sehr junge Braune Zwerge im Orion-Nebel. Sie stellten fest, dass mehr als die Hälfte der schwach leuchtenden Braunen Zwerge mehr infrarotes Licht abstrahlten als zu erwarten war. Die einzige mögliche Erklärung: Die Zwerge besitzen eine Gasscheibe, genau wie junge Sterne.
In einer solchen Scheibe könnten sich sogar Planeten bilden, so Alves: “Es ist durchaus möglich, dass es in der Milchstraße zahlreiche Planetensysteme gibt, die solche dunklen, fehlgeborenen Sterne umkreisen”, sagt Alves. Leben, wie wir es kennen, sei auf solchen Planeten wegen des Mangels an einer konstanten Energiezufuhr allerdings nicht möglich.
Ute Kehse





