Die Beiträge sind in Themenbereiche gegliedert, etwa Partei und Verwaltung, Gestapo und Justiz, dazu evangelische Kirche, Kultur, Schule oder Wirtschaft. Da gibt es etwa den Gestapo-Mann Arno Weser, der mit seinem Helfershelfer Hugo Geissler besonders brutal gegen Oppositionelle vorging, oder den bei der Bücherverbrennung in Dresden 1933 antisemitische Reden haltenden Literaturfunktionär Will Vesper, Vater des bekannten Autors Bernward Vesper („Die Reise“), oder den ein „heldisches“ und „rasse- und artgerechtes“ Christentum propagierenden Geistlichen Walter Grundmann. Die Autoren verfolgen jeweils auch den Lebensweg der beschriebenen Personen nach 1945.
So interessant besonders für die Dresdner Geschichte die einzelnen, gut recherchierten Beiträge sind, ihr Reflexionsgrad fällt doch etwas unterschiedlich aus. Nicht immer wird etwa den möglichen Motivationen der Täter so überzeugend nachgegangen wie im Beitrag über Arthur Kunze, der vom SPD-Mann zum Spitzel für die Gestapo wurde.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger




