Der Wurmfortsatz des Blinddarms (Appendix): Lange Zeit hielt man ihn für überflüssig, mittlerweile hat sich jedoch die Überzeugung durchgesetzt, dass die in ihm enthaltenen Lymphfollikel eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr von Darminfekten spielen. Außerdem können im Blinddarm bei Durchfallerkrankungen nützliche Bakterien überleben, die von dort aus wieder den gesamten Dickdarm besiedeln.
Das Steißbein als unterster Teil der Wirbelsäule: Daran hing früher ein Schwanz wie bei den Affen. Heutzutage ist es nur noch als Ansatzpunkt bestimmter Bänder und Muskeln, speziell des Beckenbodens, von Bedeutung.
Die Ohrmuskeln: Sie dienten unseren Ahnen zur Bewegung der Ohrmuscheln, wie man das bei Wildtieren beobachten kann, die die Umgebung nach Feinden abhören. Heute ermöglichen sie manchen Menschen allenfalls noch ein leichtes Wackeln mit den Ohren.
Die männliche Brustbehaarung: Die Haare wärmten und schreckten Feinde ab, wenn sie sich aufrichteten – so wie bei Hunden, die ihre Nackenhaare aufstellen. Diese Funktion hat die Behaarung im Lauf der Evolution vollständig verloren.
Die Weisheitszähne: Darunter versteht man die hintersten Backenzähne, die oft keinen Platz mehr finden, da der menschliche Kiefer im Lauf der Evolution kleiner geworden ist, und deshalb häufig Probleme bereiten.
Reste der Nickhaut: Das ist eine Art drittes Augenlid, das durchsichtig ist und sich bei vielen Tieren wie eine Schutzbrille vor die Augen klappen lässt.
Und hier Atavismen, die bei einigen Menschen nach wie vor vorhanden sind:
Eine Ganzkörperbehaarung wie bei Affen, also nicht nur im Brustbereich, die sich heutzutage allerdings fast nur noch bei Männern findet.
Überzählige Brustwarzen entlang der sogenannten Milchleiste zwischen Achselhöhle und Geschlechtsregion.
Ein kleiner Schwanz oberhalb der Gesäßbacken als Folge eines verlängerten Steißbeins. Bis zur siebten Woche ist er bei einem Embryo normal, danach bildet er sich normalerweise zurück. Bleibt er bestehen, muss er operativ entfernt werden.
Halsfisteln: Das sind Überbleibsel der während der Embryonalentwicklung angelegten Kiemenbögen, die in der Regel vor der Geburt wieder verschwinden. Wegen der Gefahr einer Infektion werden sie anderenfalls operativ entfernt.





