Einen neuen Ansatz zur Behandlung von Tuberkulose (Tb) haben Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich um Martin Fussenegger entwickelt. Das Problem bei der Therapie von Tb ist, dass der Erreger Mycobacterium tuberculosis gegen die meisten Antibiotika resistent ist. Lediglich Ethionamid wirkt. Allerdings schädigt das Mittel die Leber, wenn man es hoch dosiert. Das ist bisher nötig, da der Tb-Erreger auch dieses Antibiotikum austricksen kann: Um seine Wirksamkeit zu entfalten, benötigt Ethionamid nämlich das Enzym EthA. Sobald sich der Tb-Erreger in einer Zelle festgesetzt hat, produziert er den Blocker EthR, der wiederum die Produktion von EthA unterbindet. Fussenegger entdeckte nun eine Substanz, die den Blocker des Erregers selbst blockiert: den gängigen Lebensmittelzusatz 2-Phenylethyl-Butyrat. Durch die Beigabe des Aromastoffs könnte Ethionamid niedriger dosiert werden, was die Nebenwirkungen verringern würde.





