
Einer, der da genau hingeschaut hat, ist Thomas Hörren. Er ist der Vorsitzende des Entomologischen Vereins Krefeld, bekannt durch die „Krefelder Studie“ zum dramatischen Insektensterben in unserer Umwelt. Hier gelingt es Hörren, mit einem scheinbar spröden Thema seine Leser zu packen. Er nimmt uns mit auf seine Exkursionen in Wälder, Parks und Gärten. Er spricht uns persönlich an und schafft dadurch Nähe. Er regt an zu einfachen Experimenten, um das Zusammenspiel von Verfall und Leben im toten Holz selbst unter die Lupe zu nehmen. Manchmal reicht schon etwas Rotwein und Zucker, um gärende Baumsäfte vorzutäuschen und damit Käfer und Falter anzulocken, die man sonst kaum zu sehen bekäme.
Hörren lässt uns unter lose Borke und in wassergefüllte Höhlungen abgebrochener Äste schauen und macht begreifbar, wie nicht nur Insekten vom Totholz profitieren. Sondern auch viele Kleinsäuger und Vögel, die hier Nahrung finden, oder Molche und Fledermäuse, die hier überwintern. Und dass eine „unordentliche“ Totholz-Ecke im Garten eine Quelle üppigen Lebens sein kann. Jürgen Nakott
Thomas Hörren
Vom Leben im Totholz
Die verborgene Welt von Insekten und anderen Lebewesen
Residenz Verlag,192 S., € 28,—
ISBN 978-3-7017-3620-1





