Das Wasserstoffperoxid ? auf der Erde vor allem bekannt für seine desinfizierende und bleichende Wirkung ? scheint sich im interstellaren Raum hauptsächlich auf der Oberfläche von Staubkörnchen zu bilden, schreibt das Team. Sie stellen sich die Reaktion wie folgt vor: Auf dem Staubkorn müsse es molekularen Sauerstoff (O2) geben, an den dann nacheinander zwei Wasserstoffatome gekoppelt werden. Die Bildung in der Gasphase sei dagegen eher unwahrscheinlich ? bei den extrem niedrigen Temperaturen von minus 250 Grad Celsius würden die notwendigen Reaktionen vermutlich zu langsam ablaufen.
Der Fund des Peroxids ist nicht nur von akademischem Interesse. Denn die Verbindung gilt als eines der Schlüsselmoleküle für Reaktionen von und mit Sauerstoff, darunter auch die Bildung von Wasser. Wissenschaftler vermuten beispielsweise, dass sich ein großer Teil des heute auf der Erde vorhandenen Wassers ebenfalls im Weltraum gebildet hat ? wie, wissen sie nicht. Das Vorkommen von Wasserstoffperoxid lasse jetzt endlich Rückschlüsse darauf zu, wieviel Sauerstoff es im interstellaren Raum gebe und helfe möglicherweise auch, zu klären, wie das Wasser und damit das Leben auf die Erde kam: “Wir verstehen noch nicht, wie einige der wichtigsten Moleküle hier auf der Erde im Weltraum entstehen”, sagt Mitautorin Bérengère Parise vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie. “Aber unsere Entdeckung von Wasserstoffperoxid mit APEX scheint uns zu zeigen, dass kosmischer Staub die fehlende Zutat in dem Prozess ist.”




