Er beginnt mit dem Feldzug gegen die düstere Kneipe, den Ulbricht seit 1960 führte. Der „neue Mensch“ der DDR sollte entweder abstinent sein oder maßvoll genießen, und zwar in der sozialistischen Gaststätte. Dem widersprach jedoch die Tatsache, dass der Staat mit der Schnapsproduktion gutes Geld verdienen wollte. Außerdem blieb der Gesinnungswandel in der Bevölkerung schlicht aus: Das Trinken von Schnaps oder Bier war am Arbeitsplatz ebenso üblich wie bei Brigade- oder Familienfesten. Die Staatsführung reagierte mit fruchtlosen Anti-Alkohol-Gesetzen; Alkoholismus als Krankheit wurde ignoriert.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





