Zunächst arbeitet Canis, orientiert an den wichtigsten außenpolitischen Ereignissen, die Grundorientierungen Bismarcks angesichts der prekären Machtverhältnisse in Europa heraus: Teilung der Vorherrschaft mit Rußland, deutsche Dominanz gegenüber Frankreich. Dabei stellt Canis stets auch die innenpolitischen Absichten Bismarcks in Verbindung mit seiner Außenpolitik dar. So führte Bismarck – ganz „modern“ – sein außenpolitisches Prestige gegen seine innenpolitischen Gegner ins Feld.
In der Frage nach den Kontinuitäten argumentiert Canis moderat, macht Bismarck nicht zum zähnefletschenden Kriegstreiber. Klar wird jedoch, daß im Bestreben, die Sicherheit des Reichs zu garantieren, auch die militärische Offensive mit hegemonialem Anspruch eingeschlossen war, und daß in Bismarcks Kalkül dem Gedanken der Kooperation nur wenig Raum gegeben wurde.
Rezension: Talkenberger, Heike




