Ob Waldohreulen, Geckos oder Eisbären: Sie alle besitzen die Fähigkeit zur Biofluoreszenz. Dieses Nachleuchten entsteht, wenn Moleküle in Haut, Fell oder Federn durch kurzwelliges Licht oder UV-Strahlung angeregt werden. Bei Rückkehr in den Grundzustand geben diese Moleküle die überschüssige Energie als sichtbares Licht wieder ab – die Tiere leuchten. Oft hält diese Fluoreszenz bis in die Nacht hinein vor.
Allerdings: Uns Menschen bleibt dieses subtile Fluoreszieren oft verborgen, weil es vom Tageslicht überstrahlt wird oder zu schwach ist, um von uns wahrgenommen zu werden. Deshalb galt die Biofluoreszenz lange Zeit als Eigenheit vor allem von marinen Tierarten und Arthropoden. Erst in jüngster Zeit haben systematische Tests enthüllt, dass auch viele Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere biofluoreszieren.

Mit UV-Blitzlicht auf Salamander-Pirsch
Jetzt haben Biologen auch bei einem der bekanntesten Lurche Europas eine Biofluoreszenz nachgewiesen: dem Feuersalamander (Salamandra salamandra). Obwohl dieser gelb-schwarz gefärbte Salamander zu den am besten erforschten und untersuchten Lurchen überhaupt gehört, blieb sein Fluoreszieren bisher verborgen. „Es ist faszinierend, dass eine so gut erforschte Art immer noch unbekannten Phänomene in sich birgt“, sagt Erstautor Bernat Burriel-Carranza vom Naturkundemuseum in Barcelona.
Entdeckt haben Burriel-Carranza und sein Team das subtile Leuchten des Feuersalamanders erst, als sie in zwei Wäldern in Spanien und Deutschland auf eine ganz besondere Salamander-Pirsch gingen: Sobald sie ein Tier erspäht hatten, lösten sie ein UV-Blitzlicht aus und fotografierten den Lurch mit einer speziellen Kamera.
Hell leuchtende Sprenkel
Die Aufnahmen enthüllten zahlreiche grünlich fluoreszierende Punkte auf der Haut der Feuersalamander. „Diese Fluoreszenz konzentrierte sich an den Flanken und in der Bauchregion der Salamander, dabei zeigten die gelb gefärbten Hautbereiche eine höhere Leuchtsprenkel-Dichte als die schwarzen“, berichten Burriel-Carranza und seine Kollegen. „Die stärkste Lichtemission lag bei Wellenlängen zwischen 465 und 515 Nanometern, was einer türkisgrünen Farbe entspricht.“






