Die große Artenvielfalt der tropischen Regenwälder in Südamerika ist offenbar wesentlich älter als bislang angenommen. Die artenreiche Pflanzenwelt ist vermutlich mehr als fünfzig Millionen Jahre alt, berichtet ein internationales Forscherteam in der Fachzeitschrift “Science” (Bd. 300, S. 122). Bisherige Theorien datierten die Entwicklung des Regenwaldes auf zwei bis höchstens zwanzig Millionen Jahre.
Innerhalb von zwei Wochen fanden die Paläontologen um Peter Wift von der Staatsuniversität Pennsylvania in University Park in einer argentinischen Ausgrabungsstätte mehr als 1.500 Pflanzenfossilien. Die Wissenschaftler konnten anhand der versteinerten Blätter, Samen, Früchte und Blüten mehr als 100 verschiedene Arten unterscheiden. Mit einem speziellen Verfahren datierten sie das Alter dieser Funde mit großer Genauigkeit auf 52 bis 53 Millionen Jahre. Die enorme Vielfalt der Fundstücke weist auf eine sehr frühe Entwicklung des Artenreichtums im südamerikanischen Regenwald hin, schreiben die Forscher.
Wift und seine Kollegen nehmen an, dass das die wärmste Periode der vergangenen 62 Millionen Jahre war. Das tropische Klima ? und mit ihm auch die Pflanzen ? erstreckte sich damals bis in die Mittleren Breitengrade. Das Gebiet um Buenos Aires war also vor Jahrmillionen eine fruchtbare Ebene mit einer blühenden Vegetation, wo heute nur noch Wüste ist.
bdw/ddp – Felicitas Eckrich





