Ausgewählte Rezensionen Ein Überblick über den Deutschen Orden Klaus Militzer, der bereits durch andere Publikationen zum Deutschen Orden hervorgetreten ist, hat mit seinem Werk „Die Geschichte des Deutschen Ordens“ eine gut lesbare Überblicksdarstellung, deren zeitlicher Schwerpunkt auf dem Mittelalter liegt, verfaßt. Aufgegliedert in übersichtliche Kapitel widmet Militzer sich in einem ersten Teil der Entstehung und Expansion des Deutschen Ordens im 13. Jahrhundert, darauf folgt eine Darstellung der Hochzeit des Ordens in den Jahren 1309 bis 1410. Ein weiterer umfangreicher Teil handelt vom Niedergang der Ordensherrschaften im Baltikum im 15. und 16. Jahrhundert. Als letztes wird ein kurzer Ausblick auf den Deutschen Orden in der Neuzeit gegeben. Der Autor behandelt dabei alle Korporationen des Ordens, wenn auch die Geschichte des Ordens im Preußenland besonders detailliert geschildert wird. Die Darstellung wird durch einige übersichtliche Karten und zwei Schemata zur Ordensstruktur ergänzt. Um einen intensiven Einblick in die Geschichte des weitverzweigten Deutschen Ordens zu erhalten, ist das Werk bestens geeignet. Klaus Militzer, Die Geschichte des Deutschen Ordens, Stuttgart 2005, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2005, 225 Seiten, € 25,-.
Die Ritter des Herrn Geistliche Ritterorden bilden eine eigene Form von Orden innerhalb des vielfältigen religiösen Lebens im Mittelalter. Worin die Gemeinsamkeiten und Besonderheiten bezüglich Entwicklung, Aufbau und Organisation der geistlichen Ritterorden liegen, zeigt Alain Demurger, von dem 1991 die Studie „Die Templer. Aufstieg und Untergang 1120-1314“ erschienen ist, in seinem neuen Werk „Die Ritter des Herrn. Geschichte der geistlichen Ritterorden“. Darin werden im ersten Teil die Entstehung und der Aufstieg der Ritterorden in der Zeit vom 11. bis 13. Jahrhundert geschildert. Eingeschoben wird dann der zweite Teil, der den Titel „Eine mittelalterliche Ordensfamilie eigener Art“ trägt und in dem Themen wie Struktur, Organisation und Aufgaben der Ritterorden behandelt werden. Die chronologische Abhandlung setzt Demurger im dritten Teil seines Werkes fort. Unter der Überschrift „Niedergang, Krise, Anpassung?“ legt er dar, wie sich die Ritterorden nach dem endgültigen Rückzug aus dem Heiligen Land der veränderten Situation anpaßten, indem sie neue Aufgaben übernahmen und sich auch geographisch gesehen andere Wirkungsbereiche suchten. Interessante Ausblicke auf das Verhältnis gegenseitiger Beeinflussung zwischen christlichen Ritterorden und der islamischen Gestaltung des „Heiligen Krieges“ gibt der Autor im Schlußteil. Durch den Vergleich der verschiedenen Ritterorden werden neue Aspekte der Geschichte der einzelnen geistlichen Ritterorden deutlich, die sich bei einer rein chronologischen Behandlung oder einer Beschränkung auf einzelne Orden wahrscheinlich so nicht herausgestellt hätten. Alain Demurger, Die Ritter des Herrn. Geschichte der geistlichen Ritterorden, Verlag C.H. Beck, München 2003, 399 Seiten, € 26,90.
Preußenland und seine Burgen In Ost- und Westpreußen, das der Deutsche Orden in langen Kämpfen zu seinem Territorium machte, entstanden im Mittelalter zahlreiche Burgen, von denen heute ein Großteil nur noch aus Ruinen besteht. Der Führer „Burgen im Ordensland. Deutschordens- und Bischofsburgen in Ost- und Westpreußen. Ein Reisehandbuch“ von Christofer Herrmann, der Professor an der Universität Allenstein ist und vor Ort die Bauten erforscht, stellt über 70 Deutschordens-, Bischofs- und Domkapitelsburgen vor. Zu jeder Burg gibt es kurze Erläuterungen zu Bausubstanz, Geschichte und Anfahrtsweg ergänzt durch Grundrisse und heutige Abbildungen, die leider alle in Schwarz-Weiß sind. Auch die Lesbarkeit der Karten im allgemeinen Einführungsteil, der einen Abriß zur Geschichte des Deutschordenslandes und zur Architektur der Burgen im Preußenland enthält, ist nicht die beste. Der Autor macht den Zusammenhang zwischen Ordensgeschichte und Burgenbau deutlich, der unter anderem darin besteht, daß nach der Niederlage des Deutschen Ordens in der Schlacht von Tannenberg 1410 keine neuen Burgen mehr gegründet wurden und mit Ausnahme der Marienburg auch keine größeren Umbaumaßnahmen mehr stattfanden. Das Reisehandbuch zu lesen, lohnt sich also auch für diejenigen, die keine Reise ins ehemalige Ordensland planen. Christofer Herrmann, Burgen im Ordensland. Deutschordens- und Bischofsburgen in Ost- und Westpreußen. Ein Reisehandbuch, Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn, Würzburg 2006, 288 Seiten, € 24,90.





