Was ist die BEMER-Therapie?
„BEMER“ steht für Bio-Elektro-Magnetische-Energie-Regulation. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form der Physikalischen Gefäßtherapie, die mit elektromagnetischen Impulsen arbeitet. Anders als klassische Magnetfeldtherapie nutzt BEMER ein patentiertes, mehrdimensionales Signal, das gezielt die rhythmische Aktivität der kleinsten Blutgefäße stimulieren soll. Ziel ist es, die Durchblutung in den Kapillaren zu verbessern und so Stoffwechselprozesse zu unterstützen.
Die Mikrozirkulation umfasst die Durchblutung in den kleinsten Gefäßen (Arteriolen, Kapillaren, Venolen). Hier findet der Austausch von Sauerstoff, Nährstoffen und Stoffwechselprodukten statt. Wird dieser Bereich gestört, können Zellen nicht mehr optimal arbeiten. Eine verbesserte Mikrozirkulation soll daher die Leistungsfähigkeit steigern, Heilungsprozesse fördern und das Immunsystem unterstützen.
Wie funktioniert die BEMER-Anwendung?
Kern der Methode ist ein spezielles elektromagnetisches Signal, das auf die Vasomotion wirkt. Vasomotion bzw. Vasomotorik bezeichnet die rhythmische Kontraktion und Entspannung kleinster Gefäße. Normalerweise geschieht dies automatisch, doch Stress, Alterung oder Krankheiten können diesen Mechanismus einschränken. Die BEMER-Therapie soll diese rhythmischen Bewegungen anregen und dadurch eine verbesserte Blutverteilung und Sauerstoffversorgung im Gewebe ermöglichen.
Anwendungsgebiete
Häufige Anwendungsfelder sind:
Wichtig: Sie ersetzt keine schulmedizinische Therapie, sondern versteht sich als ergänzendes Verfahren.
Studienlage und Evidenz
Es gibt wissenschaftliche Studien, die positive Effekte auf die Mikrozirkulation und die allgemeine Durchblutung zeigen. Auch Verbesserungen bei Wundheilung, Regeneration und Leistungsfähigkeit wurden dokumentiert. Ein Überblick:
Sicherheit und Nebenwirkungen
Die BEMER-Therapie gilt als sicher und nicht-invasiv. Sie arbeitet mit sehr schwachen elektromagnetischen Feldern, weit unterhalb gesetzlicher Grenzwerte. Nebenwirkungen sind selten und meist mild (z. B. kurzfristige Müdigkeit oder Wärmeempfinden). Nicht empfohlen ist die Therapie mit elektronischen Implantaten (z. B. Herzschrittmachern); bei Schwangerschaft oder chronischen Erkrankungen sollte eine Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.
Anwendung in der Praxis
Eine typische Sitzung läuft so ab: Die Person liegt oder sitzt auf einer Matte, die mit Spulen ausgestattet ist. Diese erzeugen das charakteristische BEMER-Signal. Eine Anwendung dauert meist 8 bis 20 Minuten und wird oft 1 bis 2 Mal täglich empfohlen. Zusätzlich gibt es Applikatoren für gezielte Körperbereiche, etwa bei Gelenkbeschwerden.
Vergleich mit anderen Therapieformen
Klassische Magnetfeldtherapie arbeitet meist mit simplen, sinusförmigen Feldern. BEMER unterscheidet sich durch sein spezielles, mehrdimensionales Signal. Im Vergleich zu Medikamenten hat die Therapie keine pharmakologischen Nebenwirkungen, wirkt aber auch nicht so direkt und akut. In Kombination mit Sport, Physiotherapie und gesunder Ernährung kann sie, wie bereits in den Studien aufgeführt, unterstützende Effekte entfalten.
Wirtschaftliche und praktische Aspekte
Die Geräte sind relativ kostenintensiv (mehrere tausend Euro), da sie vor allem für den Heimgebrauch konzipiert sind. Manche Heilpraktiker oder Praxen bieten auch Sitzungen zur Miete an. Eine Kostenübernahme durch Krankenkassen ist aktuell die Ausnahme, da die Methode noch nicht in den Leistungskatalog aufgenommen wurde. Patientenberichte reichen von sehr positiven Erfahrungen bis hin zu skeptischen Einschätzungen.
Kritik und Kontroversen
Die wissenschaftliche Debatte ist lebhaft: Befürworter verweisen auf Studien, klinische Erfahrungen und den Einsatz im Leistungssport. Kritiker bemängeln, dass die Evidenzbasis noch nicht groß sei, um von einem gesicherten Nutzen für wirklich jeden Anwender zu sprechen. BEMER selbst verweist auf jahrzehntelange Entwicklung, Patente und Publikationen sowie auf aktuelle Forschungsdaten.
Zukunftsperspektiven
Die Forschung zur Mikrozirkulation und allgemeinen positiven Wirkungen der Magnettherapie nimmt zu, da dieser Bereich für viele Krankheiten eine Schlüsselrolle spielt. Zukünftige Studien könnten die BEMER-Therapie als ergänzenden Standardbaustein in Prävention und Rehabilitation etablieren. Besonders interessant sind mögliche Anwendungen bei chronischen Erkrankungen, im Anti-Aging-Bereich und in der Sportmedizin.
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23.10.2025





