Ein äußerst seltenes Spektakel konnten Wissenschaftler auf dem Forschungsschiff Franklin im Mai 2000 beobachten: Edward Baker von der amerikanischen National Oceanographic and Atmospheric Administration und sein Team beobachteten den Unterwasser-Vulkan Kavachi in der Nähe der Solomoninseln beim Ausbruch. Alle fünf Minuten schleuderte der Vulkan gewaltige Säulen aus schwarzer Asche und weißem Wasserdampf in die Luft. Glühende Lavabrocken flogen bis zu 70 Meter hoch, die pilzförmigen Dampfwolken erreichten sogar 500 Meter Höhe. Jetzt hat Baker die 20-stündige Beobachtung ausgewertet und veröffentlicht. Überraschendstes Ergebnis ist dabei, dass aus den Flanken des Vulkans keine vulkanischen Gase und Flüssigkeiten drangen, wie das bei anderen Unterwasservulkanen der Fall ist. Möglicherweise ist dafür seine Lage verantwortlich, denn Unterwasservulkane sind vor allem an den mittelozeanischen Rücken zu finden, wo in der auseinander driftenden Erdkruste Spalten und Klüfte aufreißen. Kavachi liegt jedoch 30 Kilometer hinter einer so genannten Subduktionszone, an der die Indo-Australische Platte unter die Pazifische Platte abtaucht. Dort dürften die Spannungen in der Erdkruste wesentlich kleiner sein, weshalb die Vulkanflanken nicht aufreißen.
Hans Groth





