So erfolgreich das Modell „Orchidee” im Laufe der Evolution war – die einzelne Art ist selten weit verbreitet und tritt so gut wie nie massenhaft auf. Der Grund für das spärliche Vorkommen dieser Pflanzen: Jede Art hat ihre besonderen Ansprüche. Vom Boden und seiner Pilzgemeinschaft bis zum Bestäuber – Orchideen sind wählerisch. Indem der Mensch die seltenen Biotope zunehmend für sich nutzbar macht, wird es für die Orchideen eng.
Die Folge: Weltweit gelten Orchideen als „besonders geschützt” . Aber auch die Ausbeutung der natürlichen Standorte durch illegale Händler ist nach wie vor ein Problem. Seit den 1970er-Jahren dürfen Orchideen nicht mehr ohne entsprechende Genehmigung aus ihrem Herkunftsland befördert werden. Das gilt auch für künstlich vermehrte Pflanzen, die am Urlaubsort als Souvenir gekauft wurden. Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz werden an deutschen Grenzen von den Zollbehörden jährlich rund 1000 Exemplare lebender Orchideen eingezogen. Bernd Treder, Präsident der Deutschen Orchideen-Gesellschaft, gibt jedoch zu bedenken: „Die Beschlagnahmung der in Deutschland eingeführten Orchideen durch den Zoll nützt diesen Pflanzen nicht mehr. Standortschutz hat an Ort und Stelle zu erfolgen.”
In Deutschland widmen sich Naturschützer dieser Aufgabe. „ Orchideenschutz ist hierzulande vor allem Landschaftspflege”, sagt Andrea Kockler vom BUND Trier-Saarburg. Die Kreisgruppe des Naturschutzbundes pflegt im Naturschutzgebiet Perfeist bei Wasserliesch eine Orchideenwiese mit über 20 natürlich vorkommenden Orchideen-Arten, darunter äußerst seltene wie das Brandknabenkraut.





