Der Mensch verursacht die Primatenkrise
Wie den Sumatra-Orang-Utans geht es vielen Primaten. Auf wissenschaft.de haben wir darüber berichtet: Rund 60 Prozent der über 500 Primatenarten sind vom Aussterben bedroht, 75 Prozent aller Populationen schrumpfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine groß angelegte Studie , an der Forscher renommierter Institute wie dem Deutschen Primatenzentrum beteiligt waren. Für ihre Analyse hatten die Wissenschaftler um Alejandro Estrada von der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko und Paul Garber von der University of Illinois über 200 Studien ausgewertet. Als Ursache für die Primatenkrise nennen sie den Menschen. Was beim Sumatra-Orang-Utan die Ölpalmen, sind beim indischen Plumplori oder dem Hainan-Schopfgibbon Kautschuk-Plantagen. Andere Primatenarten werden durch den Anbau von Sojabohnen, Zuckerrohr und Reis bedroht. Auch Viehhaltung, Öl- und Gasbohrungen sowie der Bergbau zerstören die Lebensgrundlage verschiedener Affenarten. Hinzu kommt, dass Wilderer oft Primaten jagen, um sie als Buschfleisch , traditionelle Medizin oder Haustiere zu verkaufen.
Artenschutz dringend nötig
Zwei Drittel aller Primatenarten leben in nur vier Ländern: Brasilien, Madagaskar, Indonesien und der Demokratischen Republik Kongo. Eine Chance für die Primaten, denn Schutzmaßnahmen in diesen wenigen Ländern könnten schon viel erreichen. “Wir haben eine letzte Chance, die menschengemachte Bedrohung der Primaten und ihrer Lebensräume zu reduzieren oder sogar zu eliminieren, die Schutzbemühungen zu lenken und das Bewusstsein für die missliche Lage der Tiere weltweit zu erhöhen”, so die Forscher. Ansonsten drohe ein Massensterben der Primaten.





