Früherkennung ist der wichtigste Schritt
Forscher beschäftigen sich schon seit Jahren damit, herauszufinden, wie Autoimmunerkrankungen entstehen. Diese Information ist essenziell bei der Früherkennung von Erkrankungen des eigenen Immunsystems. Neben häufig auftretenden und bekannten Autoimmunkrankheiten wie Diabetes Typ 1, Multiple Sklerose (MS) und rheumatoide Arthritis gibt es auch seltene Autoimmunerkrankungen. Der Unterschied liegt hier nicht nur darin, wie viele Menschen von der Erkrankung betroffen sind. Auch die Diagnose ist bei seltenen Autoimmunerkrankungen wie Myasthenia gravis, Lupus erythematodes oder das Guillain-Barré-Syndrom erschwert.
Da die Krankheiten so selten auftreten, gibt es nur eine kleine Forschungsgrundlage und Mediziner testen nicht unbedingt zuerst auf diese Erkrankungen. Dabei kann eine frühe Diagnose Leben retten. Je früher eine Autoimmunerkrankung erkannt wird, desto besser lässt sie sich in den meisten Fällen therapieren. Das bedeutet, dass die Lebenserwartung von Patienten maßgeblich verlängert wird.
Forschung hilft, Therapieformen zu finden
Gerade seltene Autoimmunerkrankungen erfahren heute noch zu wenig Forschung. Da es nur wenig Fälle pro Jahr gibt, ist die Grundlage für Forschende klein. Umso wichtiger ist es, dass sich Betroffene gezielt behandeln lassen, um Daten für Forschungsprojekte zu liefern. Der deutsche Forschungsverbund GAIN, kurz für German multi-organ Auto-Immunity Network, versucht nicht nur, zu entschlüsseln, welche Gene für Autoimmunerkrankungen verantwortlich sein könnten. Darüber hinaus möchten die Forschenden herausfinden, wie sich Autoimmunerkrankungen therapieren oder unter Umständen sogar heilen lassen.
Betroffene, die die Möglichkeit haben, an Studien oder Umfragen zu ihrer Autoimmunerkrankung teilzunehmen, sollten diese Möglichkeit deshalb dringend wahrnehmen. Insbesondere bei seltenen Krankheiten kann die Teilnahme dabei helfen, Therapieformen zu finden, die langfristig Erfolg versprechen.
Autoimmunerkrankungen sind vielfältig!
Ein Thema, das die Forschung für Mediziner erschwert, ist, dass sich Autoimmunerkrankungen auf unterschiedlichste Weise äußern. Es gibt nicht „die eine Autoimmunerkrankung“ oder „das eine Symptom“, das sie alle vereint. Grundsätzlich lässt sich unterscheiden in organspezifische und systemische Krankheiten. Zu den organspezifischen Autoimmunkrankheiten gehören Diabetes Typ 1, Morbus Crohn oder Morbus Basedow (eine Erkrankung der Schilddrüse). Systemische Autoimmunerkrankungen machen sich im gesamten Körper an unterschiedlichen Orten bemerkbar. Hier gibt es Übergangs- und Mischformen, die eine Diagnose und Therapie noch schwieriger machen. Rheumatoide Arthritis, Polymyositis (eine Entzündung der Muskulatur) und das Sjögren-Syndrom (eine Autoimmunerkrankung gegen exokrine Drüsen) gehören zu den systemischen Varianten.





