Flut-Tore sollten Venedig vor dem sicheren Untergang retten. Doch eine Studie zeigt: Sie können der Stadt nicht mehr helfen. Das Wasser in der Lagunenstadt steigt schneller als bisher angenommen. Planer gingen bisher davon aus, daß die Stadt etwa um 15 Zentimeter in 100 Jahren absackt. Tatsächlich versinkt Venedig jedoch doppelt so schnell, behauptet Charles McClennen von der amerikanischen Colgate University. Der Archäologe hat das Auf und Ab des Wasserstandes bei Venedig bis in das Jahr 4000 v. Chr. rekonstruiert. Die italienische Regierung wollte Venedig mit 80 aufblasbaren Toren, die bis auf den Meeresgrund reichen, vor den steigenden Fluten schützen. „Dafür ist es zu spät”, erklärt McClennen. Schon bald müßten die Tore ständig geschlossen bleiben und würden die abgeschlossene Lagune in eine Kloake verwandeln. „ Es muß blitzschnell ein neues Konzept her. Nur: Ideen dafür gibt es bisher nicht.”
Andreas Wawrzinek





