Anfang der 1970er-Jahre wilderten Unbekannte in Bayern heimlich Luchse aus. Doch der Großteil der heutigen Population von 20 bis 40 Tieren ist wahrscheinlich über die tschechische Grenze gekommen. Sybille Wölfl, Leiterin des Luchsprojekts Bayern, sieht die Zukunft ihrer Schützlinge pessimistisch: „Die Populationsgröße stagniert auf niedrigem Niveau.” Anders als die Harzer Luchse haben ihre bayerischen Verwandten mit Wilderei zu kämpfen. Ein weiteres Problem ist der Abschussdruck, der auf den Jägern lastet: Sie müssen relativ viele Rehe erlegen, das ist gesetzlich festgelegt. Da sind „Mitesser” natürlich unbeliebt. Die Luchspopulation kann aber nicht wachsen, solange Tiere gewildert werden. Dringend nötig sind Gespräche zwischen Naturschützern, Jägern und Förstern. Im Moment herrscht allerdings Funkstille.





