Aber warum hat es ausgerechnet Bananenbrot fast zum kulinarischen Maskottchen der Pandemie gebracht? Während des Lockdowns und der Ausgangsbeschränkungen ab Mitte März 2020 haben sich die Google-Suchanfragen nach Bananenbrotrezepten vervierfacht. Zwar wurde allgemein mehr gebacken, weil die Menschen mehr Zeit dafür hatten. Davon zeugt nicht zuletzt, dass auch Hefe meist ausverkauft war. Aber Marmorkuchen oder Guglhupf haben von der neuen Backwut nicht profitiert.
Bananenbrot brachte offenbar die passenden Soft Skills mit für die besondere Situation, in der viele Menschen sich mit vielen Lebensmittel eingedeckt hatten. Wer weiß schon, wie sich eine Pandemie entwickelt – und nur weil Innenminister verlauten lassen, die Versorgungslage sei gesichert, heißt das noch nicht, dass das auch stimmt. Die sagen sonst ja auch dauernd irgendwelche Sachen – wie die Exekutive habe im Rahmen der Gesetze gehandelt, das Boot sei voll oder Seenotrettung sei für Tote im Mittelmeer mitverantwortlich.
Jedenfalls gab es plötzlich überall Unmengen von Bananen. Das kann schön ausschauen, besonders wenn man gelb als Dekorationsfarbe schätzt – aber nicht lange, denn Bananen neigen dazu, mit der Zeit braun zu werden. Braune Bananen können aber nicht nur #4C1919 punktuell ausgezeichnet reflektieren, sondern eignen sich auch besonders gut als Zutat für Bananenbrot. Sie sind besser als frische, noch feste, äußerlich gelbe Früchte, weil sie süßer sind. Mit der Zeit wandeln sich nämlich in den Früchten langkettige Kohlenhydrate zu kurzkettigen um, aus Stärke wird Zucker. Veranlasst wird die Metamorphose durch Hormone in der Banane, die die Reifung anstoßen.
Bananen brauchen ihre Schwestern
Kommt eine Banane auch irgendwann in die Pubertät, zieht sie sich immer häufiger in die Obstschüssel zurück und hört laut Musik? Nein, denn erstens ist Pubertät deutlich vielfältiger als oft in Filmen dargestellt. Nicht alle Halbwüchsigen wissen mit sich oder ihren Eltern oder ihrer Umwelt oder allen dreien zusammen ein paar Jahre lang nichts anzufangen. Das ist ein gern verwendetes Klischee, mit dem aber nur ein geringer Prozentsatz der Jugendlichen zutreffend beschrieben wird. Und zweitens wäre die Banane allein in der Obstschüssel, würde sie nicht so schnell reifen. Denn die Bananenschwestern helfen ihr dabei. Eine Banane allein neigt diesbezüglich nicht zur Hast.
Das Hormon, das Obst reifen lässt, heißt Ethylen. Es kommt nicht nur in Bananen vor, sondern auch in anderen Früchten wie Äpfeln und Birnen. Die sollte man zwar grundsätzlich nicht miteinander verwechseln, aber in diesem Fall ist eine exakte Unterscheidung nicht nötig. Ethylen ist gasförmig – und damit kann sich Obst quasi gegenseitig anstecken. Wenn in der Obstschüssel bereits eine reife Frucht liegt, etwa ein Apfel ordentlich Ethylen fahren lässt, werden die anderen Früchte angeregt, ebenfalls Ethylen zu produzieren und schneller zu reifen. Und wenn das passiert, werden Bananen schneller braun.





